Die nervigsten Frauenfiguren im Film

Manchen weiblichen Filmcharakteren möchte ich nur ins Gesicht schlagen. Und das nicht nur, weil sie schlechte Klischees bedienen. Sie stehen der Handlung im Weg, zerstören jeden Spannungsaufbau und sind einfach nur: die nervigsten Frauenfiguren der Filmgeschichte. Man fragt sich, warum die verantwortlichen Regisseure so schlechte Drehbücher oder schauspielerische Leistungen durchgehen ließen. Meine Top 4 der weiblichen Nervensägen aus dem Hollywood-Film.

Nervige Frauenfiguren im Film
© Wikimedia Commons

Die Leidende: Arwen (Lord of the Rings-Franchise)

In der Buchvorlage spielen Frauenfiguren nur eine sehr marginale Rolle. Und selbst die ätherische Galadriel ist auch nicht abendfüllend. Aus Peter Jacksons ehrenhaftem Vorhaben, eine interessante Frauenrolle für Herr der Ringe zu schaffen, wurde jedoch leider nichts. Denn die Elbin Arwen Abendstern bekommt zwar im ersten Teil einen Actionauftritt, als sie Frodo vor den Ringgeistern rettet. In Teil zwei und drei hat sie aber nur noch eine Aufgabe: zu leiden. Oder schön angezogen zu leiden. Meistens liegt sie aber auf einem Divan und leidet. Ich habe selten eine so nutzlose Figur in einem Film erlebt. Wären ihre Szenen komplett geschnitten worden, hätte es keinen Unterschied gemacht. Dieser schnöde Verlust von Relevanz für ihren Charakter fand ich beinahe schlimmer, als wenn Arwen von Anfang an nur die holde Maid gewesen wäre, die sich nach ihrem Liebsten verzehrt. Zudem kann Jackson es ja eigentlich besser: Die Reiterbraut Eowyn ist zwar auch in Aragorn verknallt (warum zur Hölle ist er nur der Mann der Stunde?), aber sie wehrt sich sonst ganz gut gegen weibliche Rollenzuschreibungen. Sie zieht gegen den Willen der Männer in den Krieg UND sie ist eine Niete im Kochen! Hossa!

Die Hysterische: Wendy Torrance (The Shining)

Ich muss zugeben: Ich bin kein Fan von Stanley Kubrick und auch nicht von The Shining. Ich finde den Horror-Klassiker einfach nicht gruselig. Das Hotel, ja, das ist gruselig, und die Szenen, als der kleine Junge auf seinem Dreirad über verlassene Korridore fährt und von den Geistermädchen heimgesucht wird. Aber den Protagonisten Jack Torrance, der langsam seinen Verstand verliert und zum Axtmörder wird? Der ist so überzogen, dass er nur noch witzig daherkommt. Der schlimmste Stimmungskiller (abgesehen von der falsch eingesetzten Filmmusik) ist aber die Frau des Protagonisten, Wendy. Sie hat von Anfang an nur die Rolle des Opfers zu spielen. Aber nicht einmal das bekommt sie hin. Ihre hysterischen Ausbrüche sind so unglaubwürdig wie nervtötend. Sie schreit sich zum Beispiel mit jedem Axthieb auf die Tür die Seele aus dem Leib. Das zeugt meiner Meinung nach nur von schlechtem Schauspiel und schlechter Regie. „I don’t want to hurt you. I just wanna bash your brain in!“, sagt Jack in einer Szene zu seiner Frau. Jack, ich bin ganz bei dir!

Das böse, aber willige Mädchen: Pussy Galore (Goldfinger)

Zugegeben, das ist keine Überraschung: Schlechte Frauenfiguren sind in der James Bond-Reihe die Regel. Dieses eine Bond Girl setzt allerdings allem die Krone auf. Denn zu Beginn von Goldfinger wird Pussy Galore (Pussy? Ernsthaft?) als beinahe ebenbürtige Gegnerin von James Bond aufgebaut. Zudem ist sie nicht einfach nur eine Handlangerin des Bösewichts, sondern hat auch selber etwas auf dem Kasten. Sie ist Pilotin. Das Ganze wäre außerdem erträglich gewesen, pflegte nicht jeder dieser alten Bonds mit Sean Connery so einen lächerlichen Umgang mit Technik und Wissenschaft. So werden Pussy und ihre tollkühnen Gefährtinnen zur Lachnummer, als sie Fort Knox im Flug mit einem Gas besprühen – und alle Leute augenblicklich bewusstlos umfallen. Dann die Wendung! Die badass-Frau kann nicht anders – als der schmierige Held sie bedrängt und sich auf sie wirft, legt sie die Arme um seinen Hals und ergibt sich. Gibt es in der Filmgeschichte eine Frauenfigur, die noch lächerlicher ist? Lasst sie doch gleich hinterm Herd stehen oder Strümpfe stopfen!

Das kleine Dummchen: Sugar Kane (Some Like It Hot)

Ja, Billy Wilder war ein toller Regisseur und das Frauenbild in den 50ern war nunmal schrecklich. Aber auch mit beiden Augen zugedrückt ist Marilyn Monroes Figur in Some Like it Hot so unerträglich blöde, dass auch der schönste Nostalgie-Charme zerstört wird. Sugar Kane ist eins der Paradebeispiele für die Art von Frau, als die Marilyn wahrgenommen wurde: Die naive vollbusige Schönheit, die einfach nicht anders kann, als sich Saxofon-Spielern an den Hals zu werfen und die beim Anblick eines Millionärs metaphorisch anfängt zu sabbern. Ihre kindliche hohe Stimme und ihre Singsang-Aussprache machen es auch nicht besser (ein Markenzeichen von Monroe, ich weiß). Dabei wollte „MM“ jahrelang aus dem Dummchen-Image ausbrechen. Pustekuchen – mit 32 musste sie noch das pubertäre Mädchen spielen, weil man sie einfach nicht ernst nahm. Wirklich traurig.

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2 Gedanken zu „Die nervigsten Frauenfiguren im Film

  • März 27, 2017 um 8:10 am
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    Sehr gut geschrieben, danke für den Lacher am Montagmorgen 🙂
    Aber Sugar Kane, nee, die ist großartig (allein der Name!). Da musst du dich geirrt haben. MM ist nämlich immer ganz großartig. In ernster gibt es sie aber z.B. in Misfits – vielleicht ist das was für dich?

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    • März 28, 2017 um 9:50 am
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      Ja, muss ich mir anschauen, danke!
      Sugar ist so eine kindliche Figur, dass sie mich nur noch nervt, tut mir leid 😉 Zudem war MM beim Dreh schon so durch den Wind (Drogenprobleme), dass sie sich einfachste Textzeilen nicht mehr merken konnte und Billy Wilder überall Zettel auslegen musste, damit sie ablesen kann. Das macht mich zusätzlich so traurig, dass ich den Film auch deshalb nicht mehr genießen kann. 🙁

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