Chirú: Die Mentorin in der eigenen Falle

Chirú: Die Mentorin in der eigenen Falle

Passend zur aktuellen Diskussion über Emmanuel Macrons Ehe mit einer 25 Jahre älteren Frau, die ich unsäglich finde, kaufte ich mir aus Trotz den Roman Chirú von Michela Murgia. Denn der Klappentext kündigte von einer ungleichen Beziehung einer 38-Jährigen zu einem 18-Jährigen. Was sich für mich zuerst wie eine Klischeegeschichte anhörte, entpuppte sich als präzise analysiertes Seelendiagramm einer vielschichtigen Frauenfigur. Mehr lesen

„Die Geschichte eines neuen Namens“ – Ein Coming of Age durch Gewalt

„Die Geschichte eines neuen Namens“ – Ein Coming of Age durch Gewalt

Die Geschichte eines neuen Namens ist der zweite Band der gefeierten „Neapolitanischen Saga“. (Lest gerne meinen Beitrag zu Band 1, Meine geniale Freundin.) Wurde im ersten Band noch die Kindheit der Protagonistinnen beschrieben, geht es jetzt um ihr junges Erwachsenenalter – und damit ist es auch vorbei mit den schönen Illusionen. Lila und Lenù sind in einer Gesellschaft voller Gewalt aufgewachsen, werden jetzt aber voll damit konfrontiert. So erzählt Die Geschichte eines neuen Namens auch die Geschichte des Protests von zwei jungen Frauen gegen die physische und psychische Gewalt ihrer Umgebung. Mehr lesen

„Coming of Age“: Sansa Stark (Teil 2)

„Coming of Age“: Sansa Stark (Teil 2)

Nachdem Sansa Stark auf der Eyrie angekommen ist, beginnt für sie ein wichtiger Prozess des Erwachsenwerdens. Littlefinger hilft ihr, sich von ihrer Opferrolle zu befreien. Gleichzeitig birgt die seltsame Vater-Tochter-Beziehung zwischen ihr und ihrem Mentor neue Gefahren. Ihr erstes Zusammentreffen mit Harrold Hardyng zeigt schließlich, wie weit sich Sansa von der verträumten, verzogenen Göre weg entwickelt hat.

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„Coming of Age“: Sansa Stark (Teil 1)

„Coming of Age“: Sansa Stark (Teil 1)

Wenn schon „Game of Thrones“ in diesem Blog, dann Daenerys Targaeryen, werden sich sicher viele Serien- oder Buch-Fans unter euch denken. Tatsächlich halte ich Sansa Stark für die meistunterschätzte Figur aus der Reihe. Ihre Geschichte zeigt eine starke Frauenfigur, die auf der Suche nach ihrer Identität lernt, sich zu emanzipieren, auf viele verschiedene Arten. Danerys‘ Figur ist ziemlich schnell am Ende ihres Entwicklungsprozesses angekommen, was sie uninteressant macht. Bei Sansa liegt der Fall anders. Außerdem erzählt George R. R. Martin ihr „Coming of Age“ vom naiven Mädchen zur jungen Frau so einfühlsam, wie ich es einem männlichen Autor kaum zugetraut hätte – allein deshalb ist sie eine Betrachtung wert.

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