Der Holocaust unterm Häkeldeckchen: Verdrängung und Aufwachen in „Deutsches Haus“ von Annette Hess

Der Holocaust unterm Häkeldeckchen: Verdrängung und Aufwachen in „Deutsches Haus“ von Annette Hess

Falsche Mittelstandsidylle in der Nachkriegszeit, ein brisantes Justizdrama, und mitten drin eine junge Protagonistin, die lernt, sich gegen den Mainstream zu stellen, das sind die Zutaten im Roman Deutsches Haus von Annette Hess. Die Stimmung im Text lässt sich gut mit einer kollektiven Angst vor dem Freudschen „Unheimlichen“ beschreiben – nämlich der Angst vor etwas Vertrautem, das verdrängt wurde. Und mein Gott, der Holocaust lässt sich nun mal schwer lange unter gehäkelten Zierdeckchen verbergen. Ein Beitrag zur Challenge #WirlesenFrauen!

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„Rabenvater Staat“ von Jenna Behrends – über Eltern- und Frauenrechte

„Rabenvater Staat“ von Jenna Behrends – über Eltern- und Frauenrechte

Werbung/Rezensionsexemplar Durch das Online Magazin Edition F wurde ich bereits vor ein paar Monaten auf Jenna Behrends‘ Sachbuch Rabenvater Staat aufmerksam gemacht. Zur Leipziger Buchmesse 2019 hatte ich dann die Gelegenheit, an einem vom dtv organisierten Meet&Greet mit der Autorin teilzunehmen – vielen Dank noch einmal dafür und für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

In Rabenvater Staat geht es um die deutsche Familienpolitik und warum sie an vielen Stellen immer noch ein veraltetes Familien- und Geschlechterbild unterstützt. Das Spannende: Die Autorin Jenna Behrends macht konkrete Vorschläge, welche Reformen die Familienpolitik bräuchte, um Eltern das Leben leichter zu machen oder überhaupt wieder einen Anreiz zu schaffen, dass junge Paare Kinder bekommen. Mit dem Kindergeld allein ist es nämlich sicher nicht getan. Frau Behrends schreibt für Eltern – aber viele der von ihr angeprangerten überholten Regelungen verschaffen vornehmlich Müttern und Frauen*, die einmal Mütter werden könnten, einen Nachteil. Daher lassen sich Eltern- und Frauenrechte oft nicht voneinander trennen. Einige Vorschläge in Rabenvater Staat könnten das Leben von allen als Frauen gelesenen Menschen tatsächlich erleichtern.

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Cherchez la femme – Spannende weibliche Versionen von Holmes und Watson

Cherchez la femme – Spannende weibliche Versionen von Holmes und Watson

Diese Woche mische ich den Boys‘ Club in der Baker Street gründlich auf. Wer hat gesagt, dass Sherlock Holmes immer ein Mann sein muss? Ich stelle eine Reihe aufregender Neuinterpretationen des Meisterdetektivs als weibliche Figur vor. Auch weibliche Watsons und weibliche Moriartys sind dabei.

Währenddessen geht Karo auf Fiktion Fetzt der Frage nach Holmes‘ geistiger Gesundheit auf den Grund. Ist Sherlock Holmes wirklich als Psychopath angelegt?

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5 Buchschätze von Austen bis Tartt

5 Buchschätze von Austen bis Tartt

In der „Buchschätze“-Reihe von Leuchtturmwärterin stellen verschiedene BloggerInnen ihre literarischen Favoriten vor. Im März durfte ich von fünf Romanen erzählen, die mir wichtig sind, vielen Dank noch mal dafür! Es ist eine bunte Auswahl an Titeln zusammen gekommen, die ich aus ganz unterschiedlichen Gründen schätze. Seien es erzählerische Vorzüge wie eine tolle Figurenzeichnung oder ein gesellschaftskritischer Anspruch. Vier der fünf vorgestellten Romane stammen übrigens von Autorinnen. 😉

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„Ein wirklich erstaunliches Ding“ von Hank Green: leider nur mittelmäßig

„Ein wirklich erstaunliches Ding“ von Hank Green: leider nur mittelmäßig

„Die Carls kommen!“ – oder enden sie doch als Rohrkrepierer? Es ist ein wichtiges und hehres Thema, das Hank Green da angeht. Er beschreibt anhand der Entwicklungsgeschichte seiner Protagonistin April May, wie Internetberühmtheit auf die Persönlichkeit wirkt. Er kritisiert Netz-Populismus. Das Ganze führt er anhand einer Sci-Fi-Handlung vor, einer skurrilen Version des „first contact“-Plots. Das alles zeigt nur zu deutlich seine guten Absichten. Sie können nur leider von schwachen Erzählkünsten nicht ablenken. Ursprünglich war Ein wirklich erstaunliches Ding als Graphic Novel geplant gewesen, und ich muss leider sagen: Hätte er mal einen Zeichner gefunden. Einige Argumente dafür, warum der Roman hinter meinen Erwartungen zurückblieb.

Ich habe im Vorfeld ein Rezensionsexemplar des Romans vom dtv-Verlag bekommen, an dieser Stelle vielen Dank dafür.

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Wenn Holmes den Täter am Flüstern erkennt – die 3 besten Sherlock-Holmes-Geschichten – und die 3 schlechtesten!

Wenn Holmes den Täter am Flüstern erkennt – die 3 besten Sherlock-Holmes-Geschichten – und die 3 schlechtesten!

Schön und gut, jetzt haben Karo und ich seit November über Adaptionen, Interpretationen und geschichtliche Hintergründe von Sherlock Holmes philosophiert – sind aber beim eigentlichen Herzstück unseres Themas, den guten alten Geschichten von Arthur Conan Doyle, noch gar nicht ins Detail gegangen. Diese schmähliche Vernachlässigung wollen die #bakerstreetblogs diese Woche nachholen.
Fiktion Fetzt und Ant1heldin zeigen euch diese Woche jeweils, welche drei Sherlock-Holmes-Geschichten aus dem originalen Kanon wir am liebsten mögen – und welche Geschichten leider ein ziemlicher Schuss in den Ofen sind. Ja, denn auch die gibt’s. Wir haben uns vorher nicht abgesprochen, welche Geschichten wir auf die Listen nehmen. Es bleibt also auch für uns spannend. Viel Spaß beim Lesen und widersprecht uns unbedingt, wenn ihr anderer Meinung seid!

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Die alte Frau als Rebellin: „Everything belongs to the future“ von Laurie Penny

Die alte Frau als Rebellin: „Everything belongs to the future“ von Laurie Penny

Wenn Sci-Fi auf #metoo trifft: Wer könnte diese Idee besser ausgestalten als Laurie Penny, Feministin, Sozialistin, Journalistin und Bloggerin? In Tagesmedien wie dem englischen Guardian meldet sie sich regelmäßig zu feministischen Themen zu Wort, außerdem hat sie mehrere hoch gelobte Sachbücher zum Thema Sexismus geschrieben, z.B. Meat Market. Female Flesh Under Capitalism von 2011. Mit dem Sci-Fi-Roman Everything belongs to the future wagte sie 2016 einen Vorstoß ins Fiktionale. Leider übernimmt sie sich erzählerisch ziemlich. Pennys Dystopie versucht auf zu wenig Seiten, zu viele spannende Ansätze unterzubringen. Was darunter leidet, sind Figurenzeichnung und „Worldbuilding“.

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Holmes gegen Scotland Yard – hätte Sherlock Holmes den Ripper-Fall lösen können?

Holmes gegen Scotland Yard – hätte Sherlock Holmes den Ripper-Fall lösen können?

Ein Blick durch die Lupe, schon ist der Fall geklärt – so kennen und lieben wir Sherlockianer unseren Meisterdetektiv. Für Sherlock Holmes ist alles ein Kinderspiel, wofür die offiziellen Gesetzeshüter Hilfestellung brauchen. Aber ist das nur Übertreibung um des Effektes willen? Diese Woche beleuchte ich in meinem #bakerstreetblogs-Artikel die Ermittlungsmethoden des genialen Detektivs und vergleiche sie mit denen von Scotland Yard im späten 19. Jahrhundert. Ich verwende ein berühmtes zeitgenössisches Beispiel für (angebliches) Polizeiversagen, die Jack-the-Ripper-Morde, um den Stand der damaligen Kriminalistik zu ergründen. War die Polizei wirklich so unfähig, wie Arthur Conan Doyle es in seinen Sherlock-Holmes-Geschichten immer beschreibt? Konnte sie deshalb den Ripper-Fall nicht lösen? Was machte Holmes so erfolgreich, und wären seine Methoden heute noch zeitgemäß?

Schaut nach dem Lesen auch bei Karos Artikel zu Conan Doyles Spiritualismus vorbei – es bleibt gruselig!

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„Gun Love“ von Jennifer Clement – Die Poesie des Waffen-Elends

„Gun Love“ von Jennifer Clement – Die Poesie des Waffen-Elends

Beim Lesen von Gun Love fühlt man sich wie ein Schlafwandler. Die poetische Sprache der 14-jährigen Ich-Erzählerin wirkt wie ein Dämpfer zwischen ihrer Vorstellungswelt und der harten Realität voller Armut, Waffengewalt und Korruption, in der der Roman stattfindet. Alles beginnt ruhig und gemächlich mit der Schilderung einer außergewöhnlichen Mutter-Tochter-Beziehung – und entwickelt sich dann zu einem herzzerreißenden Drama.

Vielen Dank an den Suhrkamp-Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Welche Sexualität hat Sherlock Holmes?

Welche Sexualität hat Sherlock Holmes?

Über kein „Privatleben“ einer fiktiven Figur wurde so viel diskutiert wie über seines: das von Sherlock Holmes. Hasst er Frauen? Ist er schwul? Oder doch heimlich in Irene Adler verliebt? In der dritten Runde #bakerstreetblogs versuche ich, Licht ins Dunkel des Theorienwaldes zu bringen. So viel kann ich schon sagen: Die Sexualitäts-Diskussion kann man in Bezug auf Sherlock Holmes zwar führen, sie gibt der Figur aber nichts, was ihr vorher gefehlt hätte, im Gegenteil. Eigentlich führt sie nur ganz weit weg vom originalen Sherlock Holmes, der in seiner ursprünglichen Anlage als asexuelle „Denkmaschine“ am spannendsten ist.

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