LOADING

Type to search

Popkultur unter der Lupe

Diese Autorinnen der 20er und 30er Jahre sind eine Wiederentdeckung wert!

Die „goldenen Zwanziger“ waren in vieler Hinsicht das Zeitalter der Frauen. Ein neues Rollenbild in der Weimarer Republik sorgte dafür, dass Frauen jetzt auch in der Kunst selbstbewusster wurden. Gleichzeitig war der Kulturbetrieb durchlässiger geworden. Er hatte sich, zugleich mit der politischen Macht, demokratisiert. Die Folge war eine absolute Blütezeit weiblichen Schreibens ­– selbstverständlich nicht nur im deutschsprachigen Raum. Agatha Christie z.B. begann ihre Karriere auch um 1920. Ich beschränke mich hier jedoch auf deutsche Schriftstellerinnen der 20er (und 30er) Jahre, weil diese Autorinnen beim breiten Publikum vergessen sind. Zu Unrecht, wie ihr gleich sehen werdet – denn ihre Themen wie Angestelltenkultur, sexuelle Gleichberechtigung & Co. sind auch heute noch so aktuell wie damals!

Autorinnen der 20er Vicki Baum, Irmgard Keun, Mascha Kaléko

© iStock, Ullstein, KiWi, Rowohlt

Autorinnen der 20er: Mascha Kaléko, die Poetikerin der Großstadt

Mascha Kaléko (1907-1975) war der weibliche Star der Berliner Literatencafés in den späten 20er und frühen 30er Jahren. Sie wurde sogar „der weibliche Kästner“ genannt, weil sie, ähnlich wie er, Gedichte im Stil der Neuen Sachlichkeit verfasste. Ihr verdanken wir jedoch eine weibliche Sicht auf die Weimarer Republik. Sie arbeitete nach ihrem Schulabschluss 1925 zunächst als typische Büroangestellte. Deshalb wusste sie genau, wovon sie sprach, wenn sie über den grauen Arbeitsalltag, Armut und Einsamkeit in der Großstadt oder die Abendvergnügungen schrieb, die sich die kleinen Angestellten gerade noch so leisten konnten. Für Frauen, die nur in den untersten Gehaltsklassen angestellt wurden, war das Großstadtleben besonders prekär, vor allem gegen Ende der 20er Jahre, als sich schon die nächste Wirtschaftskrise andeutete. Dennoch mischt sich in ihre Alltagsmelancholie immer dieser ironische, zärtliche Unterton, der Kalékos Lyrik so sympathisch macht:

„Zwischen U-Bahn-Knattern und acht Stunden Büro,
Zwischen Thermoskanne und Chef-Zigaretten
Denke ich außerdienstlich an dich

…Wenn wir sonntags ausnahmsweise mal keinen Regen
hätten!
Ich nähme das Blaue. Das kleidet mich.
Und dann wie immer um acht am Zoo.“
(aus: „Zwischen Frühstückspause und amerikanischem Journal“, in: Das lyrische Stenogrammheft)

Und damit schien sie auch genau den Nerv der Zeit zu treffen, eine Melancholie, die augenzwinkernd ins Ironische schwappt. Die Sprecherin in den Gedichten resigniert zwar immer wieder an den Beschränkungen, die Armut und Angestelltentrott ihr aufzwingen, ist aber dennoch entschlossen, das bisschen Glück und Lebensfreude auszukosten, das in ihrer Reichweite liegt. Erich Kästners Gedichte (mit der ihre Lyrik oft verglichen wurde) waren da zynischer, manchmal sogar verbittert.

Zur Lebensrealität der Großstadt gehörten für junge, ledige Frauen natürlich auch Liebesaffären. Kaléko beschreibt sie mit der gleichen ironischen Sachlichkeit wie ihren Büroalltag:

„Man küsst sich dann und wann auf stillen Bänken,
– Beziehungsweise auf dem Paddelboot.
Erotik muss auf Sonntag sich beschränken.
… Wer denkt daran, an später noch zu denken?
Man spricht konkret und wird nur selten rot.“
(aus: „Großstadtliebe“, in: Das lyrische Stenogrammheft.)

Hier wird nicht nur Erotik offen angesprochen, sie ist auch noch keine große Sache! Das beschriebene Paar hat keine Zeit und wohl auch keinen Sinn für umständliche Romantik oder fürs Verlegensein. Zugleich kann es sich das Paar nicht leisten, von der Zukunft zu träumen, weshalb es „nur konkret“, also nur von der Gegenwart, spricht. Das ist Neue Sachlichkeit pur. Ein modernes Frauenbild zeichnen diese Gedichte von der „sachlichen Liebe“ ebenfalls: Verbindungen werden flüchtig geknüpft und wieder gekappt, die Sprecherin bleibt immer unabhängig.

Das lyrische Stenogrammheft Cover

© Rowohlt-Verlag

Durch Kalékos Gedichte haben wir außerdem einen recht guten Eindruck vom Großstadtmoloch Berlin in den „goldenen Zwanzigern“:

„Die Dächer glühn als lägen sie im Fieber.
Es schlägt der vielgerühmte Puls der Stadt.
Grell sticht Fassadenlicht. Und hoch darüber
Erscheint der Vollmond schlechtrasiert und matt.“
(aus: „Julinacht an der Gedächtniskirche“, in: Das lyrische Stenogrammheft.)

Kaléko schloss sich ab ca. 1929 den Berliner Literaten an, veröffentlichte Gedichte in Zeitungen und schrieb fürs Radio. Ihr erster Gedichtband, Das lyrische Stenogrammheft, erschien im Januar 1933, ganz kurz vor der Machtergreifung der Nazis, und war ein großer Erfolg. Ihr Verlag wagte sogar noch eine zweite Auflage 1935, bevor Kaléko aufgrund ihrer jüdischen Abstammung Berufsverbot erhielt. Erst 1938, gerade noch rechtzeitig, emigrierte sie in die USA. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden ihre Gedichte zwar noch einmal aufgelegt, an frühere Erfolge konnte sie aber nicht anknüpfen. Erst seit den 90er Jahren wird sie langsam wiederentdeckt.

Autorinnen der 20er: Die Erzählerin Vicki Baum

Vicki Baum kam eigentlich aus zwei Welten. Sie wurde 1888 in Wien in ein wohlhabendes Elternhaus geboren und wuchs noch in einem Umfeld des imperialen Pomps auf. Unter diesem Aspekt scheint sie gar nicht in das moderne Berlin der 20er Jahre zu passen. Trotzdem wurde sie in den „goldenen Zwanzigern“ zur beliebtesten deutschsprachigen Autorin ihrer Zeit.

Eigentlich gehörte sie schon in den 1910er Jahren zu den „neuen Frauen“. Schließlich absolvierte sie schon als Jugendliche eine Musikausbildung und war ab 1910 die erste Harfenistin der heutigen Wiener Symphoniker.

Ab 1926 lebte sie mit ihrer Familie in Berlin und wechselte endgültig von der Musik zum Schreiben: Sie wurde Redakteurin beim Ullstein-Verlag. Gleichzeitig veröffentlichte sie Romane in Fortsetzungen in verschiedenen Magazinen. Ihren größten Erfolg erzielte sie mit ihrem zehnten Roman Menschen im Hotel, für den sogar eine richtige Marketingkampagne gestartet wurde. „Vicki Baum“ war zur Marke avanciert, es gab Home Stories mit der Autorin, Fotostrecken usw. Das war für den Literaturbetrieb der damaligen Zeit völlig neu, fruchtete aber sehr gut. Auch international: Der Roman wurde als Theaterstück bald auch in London und am Broadway aufgeführt und 1932 schließlich mit großen Hollywoodstars wie Greta Garbo und Joan Crawford verfilmt (unter dem Titel Grand Hotel).

Tatsächlich trafen Vicki Baums Texte den Zeitgeist. Sie schrieb unterhaltsam, mit einem melancholisch-zärtlichen Unterton und einem scharfen Blick für die Menschentypen ihrer Ära, zum Beispiel die Sekretärin, den Hochstapler oder den scheiternden Geschäftsmann. Vom Feuilleton wurde und wird sie bis heute als „zu trivial“ abgetan. Dabei hatte sie bei ihren Texten immer eine ironische Gesellschaftskritik im Blick. Ihr Roman Stud. Chem. Helene Willfüer sorgte 1927 z.B. für milde Furore, weil er das Thema Abtreibung behandelt. Menschen im Hotel wiederum handelt von einer Gesellschaft am Abgrund kurz vor dem Börsencrash im Herbst 1929. Kriegsversehrte und ausgebeutete Angestellte kommen ebenso vor wie die unglückliche alternde Ballerina oder die flotte Sekretärin, die ihre Liebschaften so nüchtern wechselt wie andere ihre Schuhe beim Ausgehen. Die Schicksale all dieser Figuren werden an einem Schauplatz, dem Hotel, miteinander verwoben, ähnlich wie im Episodenfilm heute.

Menschen im Hotel Cover

© KiWi-Verlag

Für Menschen im Hotel entwickelte Vicki Baum ihre Erzähltechnik entscheidend weiter. Zeitsprünge und Montagen machen den Roman zu einem ausgesprochen modernen Text. Er nähert sich dem Medium Film an, das gerade seinen ersten Boom erlebte. Hier waren Kamerafahrten zum ersten Mal möglich, woran sich Vicki Baum sicher orientierte. Wenn wir den Figuren durch das Luxushotel im Roman folgen, fühlt es sich zuweilen wirklich wie ein langer „tracking shot“ aus dem Film an. Der „Kamerablick“ folgt einer Figur und nimmt alles wahr, was er auf dem Weg sieht, und wechselt dabei immer wieder von Figur zu Figur, je nachdem, wer gerade vorbeikommt.

Neu war an diesem Roman auch, dass keine einzelne Figur im Vordergrund steht, sondern gleich vier oder fünf. Zusätzlich gibt es ein paar Nebenfiguren. Der todkranke Buchhalter Kringelein, die Ballerina Grusinskaja, der Hochstapler Baron Gaigern sowie Generaldirektor Preysing, Chef einer scheiternden Textilfabrik, sind alle gleichberechtigte Figuren.

Vicki Baums Frauenfiguren stehen oft für die Loslösung von alten Konventionen. Als „Feministin erster Stunde“ kann man sie aber nur begrenzt bezeichnen. In Menschen im Hotel steht die wichtigere weibliche Figur, die Ballerina Grusinskaja, für ein ganz eindeutig romantisiertes, passives Frauenbild. Sie ist einsam und verzweifelt an ihrem schwindenden Erfolg, der auch mit ihrem fortschreitenden Alter und dem Verlust ihrer Schönheit begründet wird. Sie versucht krampfhaft, ihre Jugend zu erhalten, weil sie denkt, dass alle Welt sie dann wieder lieben wird. Das gelingt natürlich nicht: „Die ganze Kraft der Grusinskaja war nur auf eines gerichtet: sich gleich zu bleiben. Und sie bemerkte nicht, daß gerade dies die Welt zu langweilen begann …“ (Menschen im Hotel, S. 33.)

Die eindringliche, melancholische Beschreibung ihres Innenlebens hat mir die Lektüre trotzdem versüßt, obwohl die Depression dieser Frau beinahe zu authentisch beschrieben wird. Neben Grusinskaja gibt es noch die junge Sekretärin „Flämmchen“, die den Typus der „neuen Frau“ im Roman vertritt. Sie wird selbstbewusst und modern geschildert und bildet zum Glück ein Gegengewicht zu der nostalgischen Figur der alternden Ballerina, die sich in die gute, alte Zarenzeit zurücksehnt.

Und der Vorwurf der Trivialität? Natürlich hat Menschen im Hotel auch melodramatische Züge und selbstverständlich wurde der Roman für den Markt geschrieben. Aber gleichzeitig hatte er auch den Anspruch, reale Probleme der Zeit zu verhandeln und zu kritisieren.

Der Roman trug zuerst den ironischen Untertitel „Kolportageroman mit Hintergründen“. Also übersetzt in etwa „Trivialroman mit Substanz“. Vicki Baum wusste um ihren Ruf als „reine Unterhaltungsschriftstellerin“ und kämpfte zeitlebens dagegen an. Die Gesellschaftskritik fällt in ihren Texten unter dem zärtlichen, nostalgischen Tonfall vielleicht nicht immer sofort auf. Aber sie war eine hervorragende Erzählerin und prangerte die Missstände ihrer Zeit wiederholt an (wie z.B. das Elend der ausgebeuteten kleinen Angestellten). Sie machte sie für ihr Publikum vielleicht sogar erträglich.

Vicki Baum war Jüdin und sah die Zeichen der Zeit voraus. 1932 emigrierte sie mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen nach Hollywood, wo sie zunächst als Beraterin für die Verfilmung von Menschen im Hotel arbeitete. Sie veröffentlichte weiter. Mit der ihr eigenen eisernen Disziplin zwang sie sich, ab ihrer Übersiedlung nur noch auf Englisch zu lesen und zu schreiben. Bis zu ihrem Tod im Jahr 1960 hatte sie über 40 Romane veröffentlicht, von denen die meisten heute vergessen sind.

Autorinnen der 20er: Die Satirikerin Irmgard Keun

Sobald man einmal in den ganz speziellen Sound von Irmgard Keun eintaucht, ist es schwer, wieder auf „normal“ erzählende Prosa umzusteigen. Keun erzählt modernistisch, und das heißt: sprunghaft, mit abgerissenen Gedanken und abgerissenen Sätzen und im umgangssprachlichen Tonfall ihrer Figuren. Das klingt etwa so:

„Und bin eine Nacht gefahren. Ein Mann hat mir drei Apfelsinen geschenkt und hatte einen Onkel mit einer Lederfabrik in Bielefeld. Er sah auch so aus. Und wo mir Berlin in Aussicht stand – was sollte ich mit einem, der dritter fährt und sich mit ledernen Onkels auf zweiter hin aufspielt, was immer albern wirkt.“ (Das kunstseidene Mädchen, S. 71.)

Die atemlose Erzählweise der Protagonistin Doris bewirkt in Das kunstseidene Mädchen einen ganz eigentümlichen Sog der Worte. Jeder andere Erzählstil wirkt danach erst einmal lahm. Es ist, als würden pro Satz dreimal so viel Informationen auf einen einprasseln als in einem gewöhnlichen Text. Diese Informationsflut versetzt den Leser oder die Leserin so auch sofort in die gleiche Situation wie die Protagonistin, als diese vom provinziellen Köln nach Berlin zieht: ein totaler Overload von Eindrücken!

Aber noch kurz zurück zu Irmgard Keuns Person: Sie wurde 1905 geboren und verbrachte ihre Jugend in Köln. Nach ihrem Schulabschluss arbeitete sie als Stenotypistin, bevor sie nach Berlin ging und eine Schauspielausbildung absolvierte. Der Erfolg auf der Bühne blieb jedoch aus. Deshalb begann sie 1929 zu schreiben. Ihr Debütroman Gilgi, eine von uns machte sie 1931 über Nacht zum Shootingstar der Literaturszene, im Jahr darauf erschien das nicht minder erfolgreiche Kunstseidene Mädchen. In beiden Romanen geht es um junge Frauen, die ihrem Freiheitsdrang folgen, aus ihrer beengten Existenz als Büroangestellte ausbrechen und „etwas aus sich machen“ wollen. Das sprach den Zeitgeist genau an, besonders das Lebensgefühl der Leserinnen zu der Zeit. Die kleinen Kämpfe, die Keuns Protagonistinnen mit sich ausfechten, lässt sie in inneren Monologen und im schnoddrigen Tonfall ihrer ungebildeten Hauptfiguren stattfinden.

Cover "Das kunstseidene Mädchen"

© Ullstein-Verlag

Für die 20er, 30er Jahre waren Irmgard Keuns Heldinnen radikal. Doris aus Das kunstseidene Mädchen spricht z.B. die sexuelle Doppelmoral der Zeit an. Doris‘ Freund Hubert macht zu Beginn des Romans mit ihr Schluss, weil er vorgibt, sie sei ihm nicht anständig genug, weil sie mit ihm ins Bett gegangen war. Dabei hat er einfach nur eine reichere Partie in Aussicht. „es kam über mich, als er sich so aufspielte mit öliger Stimme und großer Moral … jedenfalls langte ich ihm eine ganz offiziell, was ich meistens nur selten tue“ (S. 22).

Dass Frauen, ebenso wie Männer, sexuelle Bedürfnisse und Wünsche haben und Sex nicht nur passiv über sich ergehen lassen wollen, auch davon erzählt Doris ganz direkt. Über ihre erste Liebe Hubert sagt sie:

„Ich fand nur, ein Mädchen verrückt machen ist dasselbe, wie was andres tun, und dann dachte ich, einmal muss es ja doch sein (…) Und hab ihn dann richtig rumgekriegt. Aber er dachte, er hätte mich verführt, und riskierte riesiges Gerede von Gewissensbissen, aber im Grunde wollte er die haben und kam sich als kolossaler Kerl vor – und in dem Glauben lässt man ja dann auch einen Mann.“ (S. 19)

Irmgard Keun verpackt eine im Grunde bitterböse Kritik an der herrschenden Sexualmoral in dem naiven, humoristisch wirkenden Erzählton ihrer Protagonistin. Das wurde ihr später zum Verhängnis.

Aber Keun ging noch weiter: Doris will schließlich ein „Glanz“ werden, ein Star, will raus aus dem deprimierenden Stenotypistinnenjob, wo sie auch noch von ihrem Chef sexuell belästigt wird. Sie geht nach Berlin und versucht, sich über andere Wege ein Auskommen zu verschaffen, denn Angestellte will sie nie wieder sein: Sie lässt sich, wann immer es sich ergibt, von Männern aushalten. Und findet gar nichts dabei. Aber Berlin ist ein hartes Pflaster. Sie hungert, verliert immer wieder ihre Bleibe. In der Anonymität der Großstadt beginnt ihre Wahrnehmung in einzelne Bilder zu zerfallen, das Tempo der Stadt ist zu groß. Das neue Lebensgefühl der 20er mit seiner Schnelligkeit und seiner Fülle an Zerstreuungen zeigt Doris jetzt seine hässliche Seite. Wer arm ist, bleibt zurück.

Irmgard Keuns Bücher wurden 1933 als „Asphaltliteratur mit antideutscher Tendenz“ von den Nazis verboten und sie selbst musste 1936 in die Niederlande emigrieren. Im Exil schrieb sie noch ein, zwei Romane als Abrechnung mit dem Nazi-Regime, z.B. Nach Mitternacht. Sie wurde alkoholabhängig und veröffentlichte nach dem Zweiten Weltkrieg kaum noch etwas. Erst kurz vor ihrem Tod 1982 bemühten sich einige Feministinnen der „Zweiten Welle“ um ihre Wiederentdeckung.

Quellen:
Mascha Kaléko: Das lyrische Stenogrammheft, Hamburg: Rowohlt 1974.
Vicki Baum: Menschen im Hotel, Köln: KiWi 2007.
Irmgard Keun: Das kunstseidene Mädchen, Berlin: Ullstein 2004.
Literatur mit Nutzwert“, auf wissenschaft.de (zuletzt aufgerufen am 21.3.20)
Vicki Baum: Menschen im Hotel“, auf dw.de (zuletzt aufgerufen am 21.3.20)
Von einer, die zur falschen Zeit witzig war“, auf deutschlandfunk.de (zuletzt aufgerufen am 21.3.20)


Das war’s erst einmal mit meinem 20er-Jahre-Special! Ich hoffe, ich konnte euch ein bisschen für diese Epoche begeistern und zeigen, wie viele Verbindungen das Lebensgefühl von damals zu unserer Gegenwart noch hat. Und auch die Probleme von damals (#sexismus) sind heute noch ähnlich aktuell.

Hört für noch ein bisschen mehr Twenties-Feeling in meine Spotify-Playlist rein – die Songs haben mich beim Schreiben immer in die richtige Stimmung versetzt: 

Tags:

Das gefällt dir vielleicht auch

5 Kommentare

  1. Ninespo 24. Mai 2020

    Hi,

    danke erstmal für den tollen Beitrag. Autorinnen mit starker Stimme zu lesen, ist ein Vorsatz, den ich mir dieses Jahr langfristig gesetzt habe. Da kommt dein Beitrag zur perfekten Zeit. Ich werde mir alle drei Autorinnen in Ruhe anschauen. Sind die Werke oben deine liebsten oder gibt es noch mehrere Werke der Autorinnen, die du empfehlen kannst? Ich bin für Tipps offen! 😉

    Liebe Grüße und ein schönes #litnetzwerk
    Nina

    Antworten
  2. Matthias 22. Mai 2020

    Das war wirklich interessant! Da ich die Neue Sachlichkeit nie wirklich mochte, ist vieles aus den 20er nichts für mich. Irmgard Keun habe ich auch mal gelesen, kam jedoch mit dem Stil nicht zurecht. Vielleicht sollte ich nochmal reinschauen! Danke für den gut geschriebenen, informativen Text!

    Antworten
  3. Nadine 1. April 2020

    Irmgard Keun und Kaléko kannte ich durch die Schule, Vicki Baum war mir bisher nur vom Namen bekannt. Mit Menschen im Hotel hast du mich aber jetzt sehr neugierig gemacht, mit der „Kamerafahrt“ durch das Hotel und die verschiedenen Protagonisten – klingt interessant! Ich finde auch schön, wie du die Zitate eingebunden hast, ich habe es ja eigentlich gar nicht so mit Lyrik aber die von Kaléko sowie auch Kästners (ich mag seinen Zynismus :D) mag ich, vielleicht weil sie verständlicher sind und thematisch spannender? Der dahinziehende Mond in der Romantik hat bei mir nie einen Nerv gefunden.
    Das Kunstseidene Mädchen muss ich voll eine zweite Sichtung geben, bin beim ersten Mal lesen durch den Schreibstil nicht in die Geschichte reingekommen und habe schnell den Überblick sowie die Lust verloren.

    Vielen Dank für deinen Kommentar! Habe mich sehr gefreut! Ja gibt The Expanse noch mal eine Chance, lohnt sich wirklich. Wird dann auch alles klarer, am Anfang sind es ja einige Figuren.
    Die erste Staffel von Westworld liebe ich! Muss unbedingt mir nochmal Sky machen. Blade Runner 2049 zählt zu meinen Lieblingfilmen und ich habe ihn mittlerweile echt oft gesehen 😀
    Doctor Who hingegen ist komplett an mir vorbei gegangen, müsste auch erstmal googeln worum es da geht und wo sie läuft 😀
    Danke für die Empfehlung!

    Alles Liebe

    Nadine

    Antworten
    1. Sabine 1. April 2020

      Waaaas hol das dringend nach! Doctor Who macht sowas von süchtig! Und keine Angst, es reicht, wenn du erst mal die „Neuauflage“ schaust (beginnt 2005 mit Staffel 1 vom so genannten „New Who“). Den „originalen“ Who von den 60ern-80ern kenne ich auch nicht. Es lohnt sich, wie ich u.a. hier schreibe: https://ant1heldin.de/doctor-who-frauenfiguren-und-sexismus-rose-amy

  4. Johanna 22. März 2020

    Tolle Übersicht, die Lust hat, mehr von den Autorinnen zu lesen. Kleiner Tipp, für alle die in Berlin wohnen oder mal einen Städtetrip planen, so bald es Corona wieder zulässt: „Menschen im Hotel“ wird großartig im (!) Hotel Savoy an verschiedenen Abenden aufgeführt. Dabei wechselt man von Zimmer zu Zimmer und bekommt so noch mal einen neuen Zugang zu Vicki Baums Klassiker. https://www.hotel-savoy.com/menschen-im-hotel/
    (Das ist übrigens keine Werbung, ich war nur selbst im Dezember bei der Aufführung war hin und weg <3)

    Antworten

Hinterlasse einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked *

* Ich stimme der Datenschutzerklärung zu.