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Popkultur unter der Lupe

Bridget Jones – Lachen zugunsten der Misogynie?

Dieser Beitrag aus meiner Blog-Reihe „Klassiker unter der Lupe“ befasst sich mit einem meiner früheren persönlichen Favoriten: dem Film Bridget Jones‘ Diary, oder auf Deutsch: Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück. Deshalb wird dieser Text etwas persönlicher. Ich versuche, meine eigenen Vorurteile und Vorlieben infrage zu stellen.

Bridget Jones DVD-Cover

Der Film Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück ist eine romantische Komödie vom Rom-Com-Drehbuchpapst Richard Curtis, der u. a. auch die Skripte zu Notting Hill und Love … Actually verfasste. Bridget Jones basiert auf einem gleichnamigen Bestsellerroman von Helden Fielding und kam 2001 in die Kinos. Ich, damals dreizehnjährig, hatte gemeinsam mit einer Freundin den unglücklichen Einfall, den Film anzuschauen. Denn selbstverständlich waren wir viel zu jung dafür, schließlich geht es da um die Beziehungs- und Selbstbildprobleme einer Frau Anfang dreißig. Und selbstverständlich fanden wir den Film total doof. Ich weiß noch, wie ich dachte: Warum kriegt diese komische dicke Frau ihr Leben nicht auf die Reihe? Wie erbärmlich ist das bitte?

Erst mit ca. 18 Jahren entdeckte ich den Film sowie seine Fortsetzung Bridget Jones – Am Rande des Wahnsinns (Bridget Jones – The Edge of Reason) über Fernsehausstrahlungen wieder. Und da fand ich die beiden Filme plötzlich zum Kaputtlachen und wunderbar romantisch. Mein Verhältnis zur Protagonistin (gespielt von Renée Zellweger) war ungefähr das, was die Filmemacher wohl intendiert hatten: Ich hatte Mitleid mit ihrer Ungeschicktheit und wie sie in jedes Fettnäpfchen tritt, das sich nur bietet. Aber ich gewann sie auch lieb, konnte ihre Körperkomplexe verstehen und feuerte sie im Stillen an, wenn sie z.B. dem Bösewicht Daniel Cleaver (Hugh Grant) eins auswischte. Zudem entdeckte ich die Anspielungen auf den „Frauenromanklassiker“ Pride and Prejudice, die im ersten Bridget-Jones-Teil (sowohl in der Buchvorlage als auch im Film) ganz offensichtlich gesetzt sind. Da ich zu dem Zeitpunkt auch Fan von Jane Austen wurde, wurde auch Bridget Jones interessanter für mich. Ich kaufte mir die DVD-Ausgaben. Und schaute von da an immer öfter bei ihr rein.

Denn, davon gehe ich heute aus, genau dieses gespaltene Verhältnis zur Protagonistin war wahrscheinlich der Grund, warum Bridget Jones ab meinem jungen Erwachsenenalter meine Zuflucht wurde, wann immer ich mich schlecht fühlte. Ganz genau: Wenn ich Aufmunterung brauchte, griff ich zu Bridget Jones. Denn da konnte ich mich zum einen besser fühlen, weil ich wusste, dass mein Alltag nicht so schlimm war wie der von Bridget. Und, da war, noch viel wichtiger: eine Frau, die Probleme hat „wie jede Frau“ (eben Gewichts- und Männerprobleme), die sich irgendwie durchkämpft und am Ende superromantisch mit dem „brooding hero“ Mark Darcy (Colin Firth) aka Mr. Darcy belohnt wird. Plus der Bösewicht Daniel Cleaver wird bestraft. Das war poetische Gerechtigkeit in Reinform.

So weit, so gut – der Film hatte geleistet, was er sollte, oder? Ist ja nichts Verwerfliches dran.

Dann habe ich ihn vor ca. 2 Jahren zum ersten Mal wieder angeschaut. Das war, nachdem ich angefangen hatte, mich mit feministischen Theorien und Geschlechterbildern in den Medien auseinanderzusetzen. Und was soll ich sagen – der Zauber war nicht ganz weg, aber er hatte plötzlich einen sehr, sehr bitteren Nachgeschmack. Ich weiß nicht, ob ich den Film damals zu Ende sah. Für meine Blogreihe habe ich ihn mir nun noch einmal vorgenommen.

Es war kein schlimmes Erlebnis. Ich liebte immer noch die ganze romantisierte „Britishness“, das kleine idyllische Dörfchen, in dem Bridgets Eltern wohnen, die schrulligen Charaktere, London als Schauplatz sowieso, ebenso Bridgets Dachgeschosswohnung am Borough Market. Das alles hat Coolness und Niedlichkeit zugleich.

Aber ich begann mich jetzt zu fragen, warum ich den Film früher witzig fand. War es ein „Mit der Protagonistin über die dumme Situation lachen“? Oder war es, und das hatte ich mir früher nie eingestanden, ein „Über die Heldin lachen“? Warum hatte man als Zuschauer*in Mitleid mit Bridget Jones und warum feuerte man sie an? Passierte beides nicht vielleicht aus genau den falschen Gründen? Hier ist meine Analyse.

Lachen zugunsten der Misogynie

Renée Zellweger spielt die ungeschickte Bridget zweifellos mit großem komödiantischem Talent. Aber bei aller Sympathie, die Bridget Jones bei den Zuschauern auslöst: Sie soll trotzdem dumm erscheinen, damit wir lachen, sie wird zumindest in vielen Situationen sehr dumm dargestellt. Das hat nichts mehr damit zu tun, der „Frau von Nebenenan“ beim täglichen Kampf um Anerkennung oder Fortkommen zuzuschauen. Das ist die überzogene Vorführung von Verhaltensweisen, die wir als typisch weiblich ansehen und damit: plumpe Frauenfeindlichkeit.

Nehmen wir z. B. Bridgets „Flirt“ mit ihrem Chef Daniel Cleaver im ersten Film. Auslöser dafür ist, dass Bridget im Minirock erscheint und ihr Chef ihr eine schlüprige, aber „witzig gemeinte“ Bemerkung dazu per E-Mail schickt – die, seien wir ehrlich, im wahren Leben einfach nur übergriffig ankommen würde. Er fragt sie, wo sie den Rest ihres Rocks gelassen habe, und ob sich ihr Rock krank gemeldet hätte. Bridget, die auf ihren gutaussehenden Chef steht, findet das super antörnend. Sie läuft fortan nur noch in sehr knappen und sehr durchsichtigen Outfits im Büro herum, um weitere solche Aussagen von ihm zu provozieren. In Montagen wird zusammengeschnitten, wie Bridget, ohne mit der Wimper zu zucken, in immer freizügigeren Outfits im Büro erscheint und von allen angestarrt wird. Aber sie sieht sich bestätigt, weil ihr Chef darauf anspringt.

Um das hier ganz klar zu sagen: Es spricht überhaupt nichts dagegen, wenn eine Frau ihre Sexualität ausleben möchte, indem sie sich Bewunderung von Männern (oder Frauen) über sexy Kleidung holt. Aber hier wirkt es so übertrieben und gleichzeitig im beruflichen Kontext so deplatziert, dass es nur noch als peinlich empfunden werden kann. Bridget wird lächerlich gemacht, weil sie die Grenzen zwischen privat und beruflich nicht unterscheiden kann. Damit wird gleich auch noch das Klischee der „verzweifelten Single-Frau über 30“ mitbedient, das Bridget Jones sicher mitgeprägt hat. Die Zuschauer:innen sollen über Bridgets Schrulligkeit lachen, dabei lachen wir sie in Wirklichkeit für ihre sexuellen Bedürfnisse aus. (Die gleiche Strategie wird übrigens bei Bridgets Mutter gefahren: Sie wird lächerlich gemacht, weil sie „in ihrem Alter“ nochmal was vom Leben will, auch auf sexueller Ebene.) Die unangebrachte Anmache des Chefs dagegen ist nichts anderes als „super sexy“ und es wird nicht einmal thematisiert, dass er hier seine Machtposition schamlos ausnutzt. Von späteren Grabsch-Aktionen ganz zu schweigen.

Etwas weniger unangenehm, aber genauso deplatziert wie ihre durchsichtigen Outfits im Büro, wirkt Bridgets späteres Interview mit einer Menschenrechtsanwältin. Es geht um einen brisanten Fall, bei dem die Anwältin dafür kämpft, dass ihr Lebensgefährte als politischer Flüchtling das Bleiberecht in Großbritannien erlangt. Bridgets erste Frage an die Dame lautet: „Haben Sie sich gleich bei der ersten Begegnung in Ihren Freund verliebt?“

Das ist so naiv, dass es schon wieder lustig und liebenswert erscheint, wenn da nicht dieser kleine Nachgedanke wäre: Ja klar, auf einen anderen Gedanken wäre Bridget Jones eh nicht gekommen. Das ist es, was Frauen eigentlich interessiert. Emotionen. Beziehungen. Aber keine Politik, keine ernsthaften oder schwierigen Themen.

Die Humorformel für Bridget Jones scheint zu lauten: Je naiver, je übertriebener, desto lustiger. Aber eben, um zu sagen: Das hier ist übertrieben – aber wenn wir ehrlich sind, ticken Frauen im Grunde doch alle so.

Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück als romantische Komödie

Bridget Jones ist eine klassische Rom Com.  Neben beruflichen und familiären Problemen stehen die romantischen Verwicklungen der Heldin klar im Vordergrund. Und schließlich schreibt sie in den ersten Minuten des Films in ihr Tagebuch, dass sie nicht nur endlich vom Rauchen loskommen, sondern vor allem einen netten Mann fürs Leben finden will. Das Hindernis vor dem Happy End kommt hier aber nicht von außen, sondern von innen. Bridget findet sich hässlich, obwohl sie das nicht ist. Deshalb lässt sie sich mit dem schmierigen Daniel Cleaver ein und erwartet von ihm ein Commitment, obwohl sein ganzes Gehabe danach schreit, dass es dazu nicht kommen wird: Ihr Selbstbewusstsein ist so niedrig.  So greift Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück im Grunde gut den vorherrschenden Sexismus in unserer modernen Gesellschaft auf: Frauen sind nie gut genug und können froh sein, wenn sie einen „abkriegen“. Aber im gleichen Atemzug wird dieses Problem im Film wieder normalisiert und sogar ins Lächerliche gezogen. Bridget und ihre Freunde sind vollkommen baff, als Mark Darcy sagt, er möge Bridget so, wie sie sei. Für sie ist völlig klar, dass das eigentlich nicht sein kann, denn Frauen sind immer kritikwürdig.

So bleiben die Rom-Com-typischen Machtverhältnisse auch hier ganz klassisch. Der intellektuelle Mark Darcy findet Bridget einfach zuckersüß in ihrer Ignoranz – denn genau das mag er an ihr. Bridget ist völlig baff, dass ein toller und auch noch ehrlicher Typ wie Mark sie haben will. Aschenputtel wird vom Prinz gerettet und alle sind glücklich. Schön für zwei Stunden leichte Unterhaltung – aber das Paradies versteckt leider toxische Seitenhiebe am laufenden Band.

Fazit: Ich verbinde immer noch viele schöne Erinnerungen mit den Filmen, kann sie aber auf keinen Fall mehr rückhaltlos empfehlen. Bridget Jones spricht die Kämpfe vieler moderner Frauen (klar, in einem westlichen, weißen Umfeld) an. Im gleichen Atemzug, wie die Filme Verständnis für die Probleme der Protagonistin heucheln, ziehen sie diese ins Lächerliche und bestätigen so eine im Grunde patriarchale Weltsicht.

 

Was war oder ist euer Eindruck von den Bridget-Jones-Filmen? 

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11 Kommentare

  1. Mila 14. Juni 2020

    Ich habe gerade zum ersten Mal Bridget Jones gesehen (weil es mir auf Prime vorgeschlagen wurde) und ich war echt schockiert, wie schlecht ich ihn fand. Während des kompletten Films hab ich mich gewundert, wie so ein Film mit so einem negativen und sexistischen Frauenbild so beliebt sein kann. Habe aus Fassungslosigkeit versucht zu recherchieren, ob es nur mir so geht, uns bin dadurch über diesen Artikel gestoßen. Danke dafür, das erklärt so einiges – was ein Glück, dass solche Filme heutzutage berechtigterweise nicht mehr akzeptabel sind.
    Liebe Grüße
    Mila

    Antworten
  2. Elena 24. Mai 2020

    Hallo Sabine,

    einmal mehr ein spannender Essay 🙂 Ich habe die Bridget-Jones-Filme begeistert gesehen und möglicherweise auch einige der Bücher gelesen, da bin ich mir aber nicht mehr ganz sicher. Bridget fand ich vor allem im ersten Teil ziemlich fremdschämen, meine ich. Und leider fand ich ihren Chef, obwohl eigentlich unmöglich, irgendwie auch sexy. Jedenfalls kann ich mir nicht vorstellen, dass diese Bücher heute noch verfilmt würden und erst recht nicht so. Denn wie du richtig beschreibst, sind sie voll mit Misogynie …

    Es tröstet zumindest, dass wir uns seit den Nuller Jahren weiter entwickelt haben.

    Viele Grüße
    Elena

    Antworten
    1. Sabine 29. Mai 2020

      Hey Elena, danke für deinen Kommentar! Ja klar, ich fand Daniel Cleaver mit 20 auch total heiß … Ja, einerseits glaube ich auch, dass so ein Film heute nicht mehr gemacht würde, andererseits – wenn man sich die ganzen Liebeskomödien auf Netflix anschaut, bin ich mir allerdings nicht mehr so sicher.

  3. Kerstin Cornils 23. Mai 2020

    Liebe Sabine,
    deine Ausführungen zu Bridget Jones haben mich zum Nachdenken angeregt. Der Witz im Film geht die ganze Zeit auf Kosten von Bridget, wie du so gut ausführst. Ich habe das Buch 2000 als Fehlkauf gelesen. Eigentlich hatte ich gerade die Bücher von Joy Fielding am Start und so ist Helen Fielding mir da einfach unter die Nase gekommen.
    Dementsprechend fand ich das Buch damals eher so naja. Das ständige Gerede und Aufzählen der gerauchten Zigaretten und Kilos ging mir mit meinen 19 Jahren auf den Keks. Bridget Art die Welt und Dinge anzugehen war so absolut konträr zu meiner Lebensweise. Und das machte das ganze dann schon wieder ein wenig unterhaltsam. Es wird halt der Aspekt gut bedient, sich mit dem Buch oder auch dem Film einfach besser zu fühlen, weil man nicht so ist wie Bridget.
    Mir stellt sich da die Frage, würde der Film jetzt 2020 noch genauso gedreht werden?

    LG Kerstin

    Antworten
    1. Sabine 29. Mai 2020

      Hey, danke für deinen Kommentar! Ich fand tatsächlich das Buch (habe ich eben erst als Hörbuch gehört) noch etwas kritischer als die Filmversion! Bridget spricht zb an, dass sie ein „Cosmopolitan-Opfer“ ist (sie weiß also, was die Schönheitsindustrie ihr einredet, kommt nur nicht dagegen an). Und Bridgets Mutter ist um einiges bissiger, weniger das trottelige Hausweibchen wie im Film. Ich schätze, heute würde man im Film etwas weniger auf Kosten von Bridget gehen und vielleicht auch das ganze Fatshaming weniger offensichtlich machen. Aber ich denke, wir sind noch weit davon entfernt, dass solche Frauenbilder ganz aus der Unterhaltung verschwinden.

  4. Taaya 21. Mai 2020

    Huhu,

    ich finde es spannend, Bridget Jones mal aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Denn so, wie du die Filme beschreibst, hab ich sie nie wirklich gesehen. Also, für mich war das Naive und Tollpatschige an Bridget Jones nie was Komisches, also, nicht für mich als Zuschauerin. Es gehörte nur zum Charakter dazu und gab ihr weitere Schwächen, wegen derer sie Probleme im Leben hat. (Zum Beispiel mit dem späteren Boss, der es total toll findet, wenn Bridget bloßgestellt wird.) An der Stelle war das für mich sogar eher eine Kritik am Bild der lustigen, dicken Frau, das Medien gerne (besonders mit Heimvideo-Shows) verbreiten. Und ich empfand es als spannend, wie Bridget sich davon nicht unterkriegen ließ und versuchte, das Spiel, wenn sie ihm schon nicht entkommen kann, wenigstens mitzuspielen und als Sprungbrett in den seriösen Journalismus zu nutzen. (Nur ärgerlich, dass das insgesamt nicht klappte und auch der Teilerfolg nur durch Mark Darcy möglich wurde. Das ist zwar eine durchaus realistische Darstellung von einerseits der patriachal geprägten Gesellschaft und dem immer größeren Stellenwert von Vitamin B im Arbeitsleben, aber da hat man eine Chance verpasst, den Film Mut machender zu gestalten.)

    Für mich kam die Komik eigentlich eher aus den Eltern und Freunden, die wandelndes Chaos sind. Aber vielleicht, weil ich auch schon über so ‚lustige‘ Unfall-Heimvideos nicht lachen kann.

    Und vielleicht liegt mein recht gutes Bild der Filme auch nur dran, dass ich einst versuchte, die Bücher zu lesen. HIMMEL, waren die klischeehaft und irgendwie frauenfeindlich. Da geht es dann wirklich nur noch darum, dass Frauen doch gern tolle Kleidung, guten Sex und Idealgewicht wollen. Jedweder tiefergehende Gedanke wird ihnen da abgesprochen – und das in Büchern von einer Frau. Vielleicht kam da später noch der Wandel – aber so lange habe ich das nicht durchgehalten. Jedenfalls wirken die Filme im direkten Vergleich fast schon wie ein Manifest für Feminismus – was sie natürlich nicht sind.

    Und ja, insgesamt ist der Film trotzdem schlecht gealtert. Ich mein, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz? Und sogar in der Familie? Die Art un Weise, wie sie vom neuen Boss behandelt wird, … Und in Film 2 kriegt Cleaver mit seinen Sprüchen noch ne eigene Show? Vielleicht bin ich zu optimistisch, aber ich hoffe doch, dass das nach MeToo nicht mehr in dem Ausmaß vorkommen würde, oder zumindest in Filmen eher angesprochen wird.

    Also … Ja, ich finde es spannend, dass etwas, was offenbar von den Machern beabsichtigt war, von mir so völlig übersehen wurde. Vielleicht muss ich mal auch bei anderen Komödien mehr darauf achten, ob da in Form eines Humors, den ich nicht teile, misogyne Unter- oder schon Obertöne herrschen, die ich so bisher noch nicht mitbekommen hatte.

    Danke für deinen Artikel.

    LG
    Taaya

    Antworten
    1. Sabine 29. Mai 2020

      Hey Taaya, ich weiß was du meinst, das ist auf jeden Fall auch ne mögliche Deutungsweise! Ich habe Bridgets Kampf nur weniger empowernd, als eben als „lachen von oben herab“ empfunden und dass sie nur durch einen starken Mann aus ihrem Schlamassel befreit werden kann.
      Ach witzig, ich habe neulich den ersten Roman als Hörbuch angehört und empfand den dann doch einen Ticken kritischer als die Filme. Bridget reflektiert im Roman zb, dass sie ein „Cosmopolitan-Opfer“ ist, oder gibt aktiv Widerworte gegen sexistische Sprüche. Klar gibt es immer noch den ekelhaften Chef, den sie toll findet usw.
      Danke für deinen Kommentar!

  5. Nadine 11. Mai 2020

    Ich mag deine Blog-Reihe „Klassiker unter der Lupe“ sehr, immer wieder spannend. Ich hatte schon bei der ersten Sichtung so meine Probleme mit dem Film, habe ihn aber auch erst relativ gesehen. Gemocht habe ich dafür die deutliche Anspielung auf Stolz und Vorurteil, habe passenderweise kurz vorher das Buch gelesen gehabt 😀 Habe selbst aber einige Filme und Serien, die ich heute weniger gut finde, als es damals der Fall war. Eins davon ist Gossip Girl, habe die Serie als Teenagerin geliebt und rauf und runter gesehen. Mittlerweile kann ich über einige Sachen nur noch den Kopf schütteln.
    Freue mich schon auf dein nächstes Essay.

    Liebe Grüße

    Nadine

    Antworten
    1. Sabine 29. Mai 2020

      Danke für deinen Kommentar, Nadine! In der Romanvorlage ist die Anspielung auf Pride und Prejudice sogar noch deutlicher, da macht Mark Darcy auch so eine Rettungsaktion am Schluss wie Mr. Darcy Elizabeths Schwester vor dem Ruin rettet. 😉 Das Buch war sogar einen Ticken kritischer als der Film, was Sexismus angeht, kann ich als seichte Unterhaltung nebenbei empfehlen.

  6. Isabel 2. Mai 2020

    Liebe Sabine,
    danke für diese tolle Ausführung. Ich habe Bridget Jones immer geliebt, vorallem wegen Colin Firth, allerdings fand ich einige Szenen auch unangenehm, zu „slapstickhaft“, nicht zuletzt, der Onkel, der grabscht. Ich verbinde viele nette Erinnerungen mit diesem Film, finde es aber enorm wichtig genau hinzusehen, so wie Du es hier ausgeführt hast. Viel zu schnell ist man in der Falle, sich mit der Protagonistin zu verbünden und das Umfeld hinzunehmen wir es nicht sein sollte. Es gauckelt einem vor, dass es alles schon so seine Richtigkeit hat und das ist absolut falsch und toxisch,
    Du hast es so gut getroffen, danke nochmal.
    Liebe Grüße
    Isabel

    Antworten
  7. Johanna 1. Mai 2020

    Super spannendes Essay! Ich habe früher Bridget Jones auch geliebt, kann aber inzwischen auch nicht mehr zu 100 Prozent über alle Szenen lachen. Interessant, wie man dafür inzwischen sensibilisiert ist, oder? Trotzdem möchte ich wie du die Filme und Bücher auch nicht komplett verteufeln. Etwas anders erging es mir mit dem Filmklassiker „Die Hochzeit meines besten Freundes“ mit Julia Roberts – was fand ich diesen Film früher toll! Und heute? Kann ich ihn mir nicht mehr anschauen, weil mir das ganze Gerede um „den Mann des Lebens“ und „wie man als Frau für einen Mann zu sein hat“ auf die Nerven geht. Naja, zum Glück gibt es ja viele neue tolle Filme. 🙂

    Antworten

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