LOADING

Type to search

Aktuelle Popkultur TV-Serie

5 feministische Serien zum Binge-Watchen aus 2018

Nach interessanten Frauenfiguren muss man in den Streaming-Diensten zum Glück nicht mehr lange suchen. Viele Serien haben längst einen feministischen Anspruch, z.B., indem sie rein männliche Machtstrukturen in Frage stellen oder Frauenfiguren zeigen, die sich in klassischen „Männerdomänen“ durchschlagen. Hier kommen fünf Serien aus 2018, die mir in der Hinsicht besonders im Gedächtnis geblieben sind. Mit dabei sind besondere Frauenbeziehungen bei The Sinner, Rebellionen gegen das Establishment bei Chilling Adventures of Sabrina oder knallharte Karrierefrauen bei Bad Banks. Viel Spaß beim Stöbern!

The Sinner – Netflix

Darum geht’s: Mein erstes Beispiel kommt aus dem Krimi-Genre. The Sinner hat bisher zwei Staffeln, jedes Mal geht es um denselben Ermittler, aber um zwei unterschiedliche Fallgeschichten. Staffel 1 ist ein Psycho-Verwirrspiel der besonderen Art. Die junge Mutter Cora Tannetti (Jessica Biel) sitzt eben noch mit ihrer Familie am Strand, als sie aus heiterem Himmel einen Mann ersticht, den sie noch nie in ihrem Leben gesehen hat. Detective Harry Ambrose (Bill Pullman), der typische Ermittler mit Eheproblemen, versucht, hinter das Rätsel der jungen Frau zu kommen. Cora hingegen weigert sich zunächst, ihre Motive überhaupt zu ergründen. In vielen Flashbacks erfahren wir von Coras Kindheit mit einer chronisch kranken Schwester und einer tyrannischen Mutter.

Feministischer Anspruch, weil: Im Thriller sind Frauenfiguren meist das Opfer oder die sadistische Bösewichtin der Geschichte. Die Protagonistin hier erfüllt weder die eine noch die andere Erwartung. Jessica Biel spielt Cora als verletzliche, aber mutige Frauenfigur, die jetzt gezwungen wird, sich ihrer traumatischen Vergangenheit zu stellen. Am besten gefallen hat mir die Darstellung der Schwestern-Beziehung in den Rückblicken. Die Geschichte ergründet nach und nach typisch weibliche Abhängigkeitsbeziehungen (z.B. Cora, die von ihrer Mutter unterdrückt wird), aber ohne Schuldzuweisungen und ohne auf die Tränendrüse zu drücken.

Besonderheiten: Die Serie baut verdammt viel gruselige Spannung auf. Es geht z.B. um bedrohliche Flashback-Szenen, in denen Cora mutmaßlich missbraucht wird, die immer mit einem bestimmten Elektro-Song unterlegt sind. Das geht ganz schön an die Substanz. Eine Triggerwarnung an dieser Stelle. Jessica Biel ist eine absolute Wiederentdeckung für mich. Ich kannte sie sonst nur aus der 90er-Serie Eine himmlische Familie! Sie spielt Cora überzeugend und komplex, ohne einfach die ganze Zeit in die mitleidheischende Opferrolle zu verfallen. Einfach stark.

Chilling Adventures of Sabrina – Netflix

Darum geht’s: Wer eine Neuauflage der 90er-Comedy-Serie von Sabrina, the teenage witch erwartet, wird positiv überrascht. Dieses Mal wird die Geschichte der Teenager-Hexe (basierend auf einem Comic) als dunkle Coming-of-Age Story aufgearbeitet. Die Serie versucht sich – nicht immer ganz gelungen – an einer Mischung aus Horror, Teenager-Soap und ernstem Drama. Sabrina Spellman (Kiernan Shipka) steht kurz vor ihrer „dunklen Taufe“ zu ihrem 16. Geburtstag. Das heißt, sie soll in den Zirkel der dunklen Magie aufgenommen werden. Sabrina ist aber noch unentschlossen, ob sie sich der Hexenwelt ganz verschreiben soll, weil sie halb sterblich ist und auch an ihrem „normalen“ Leben hängt. Zudem kämpft Sabrina mehr und mehr gegen die totalitären, selbstverständlich männlich angeführten Machtstrukturen in ihrem Hexenzirkel.

Feministischer Anspruch, weil: Sabrina lebt vornehmlich in einer rein weiblichen Welt, und zwar mit ihren beiden Tanten und ihrem Cousin, eine Vaterfigur gibt es nicht. Besonders die Familienmatriarchin Tante Zelda, gespielt von Miranda Otto, entpuppt sich als super-toughe, aber gleichzeitig zerrissene Frauenfigur, die immer einen sarkastischen Spruch auf Lager hat. Herrlich! Als Vorbildfigur von Sabrina trägt sie sehr oft die Handlung und hilft ihrer Nichte bei ihrem Prozess des Erwachsenwerdens. Wenn auch oft auf die harte Tour. Sabrina beginnt, sowohl in der Welt der Sterblichen als auch in der magischen Welt, sexistische und patriarchale Strukturen zu hinterfragen. An ihrer High School gründet sie z.B. einen feministischen Mädchenclub, nachdem ihre Freundin Susie von männlichen Schulkameraden gemobbt wurde. In der magischen Welt legt sie sich mit dem Hexenanführer Father Blackwood an. Die Serie bricht an einigen Stellen ganz gut mit dem heteronormativen Weltbild, das man typischerweise bei einer Teenager-Serie erwarten würde. Sabrinas Cousin ist ganz selbstverständlich schwul, Sabrinas Freundin Susie kommt mit ihrer zugeschriebenen Geschlechtsidentität als Mädchen nicht klar, ist vermutlich trans.

Besonderheiten: Die Charakterisierung von Sabrina ist nicht immer stimmig, einige Entscheidungen erscheinen unmotiviert. Zudem sollte man wirklich nichts gegen Soap-Elemente haben, in der Hinsicht strapazieren die Chilling Adventures of Sabrina die Geduld der Zuschauer ab der Mitte der ersten Staffel sehr. Ein toller Pluspunkt, was die Ästhetik betrifft: die Kostüme, die Ausstattung usw. sind an die bunten Swinging Sixties angelehnt, weil der Comic, der als Vorlage diente, aus der Zeit stammt.

The Marvelous Mrs Maisel – Amazon Prime

Darum geht’s: The Marvelous Mrs. Maisel ist eine Dramedy-Serie, die den Emanzipationsprozess einer jungen, eigentlich gut situierten Frau erzählt. Die Geschichte spielt im Milieu der jüdischen Oberschicht im New York der 50er Jahre, das dann auch die ganze Zeit gründlich auf den Arm genommen wird. Die junge Midge Maisel wird von ihrem Mann verlassen. Bald wird klar: Das vermeintliche Vorzeigefrauchen hatte schon die ganze Zeit viel mehr drauf als ihr waschlappiger Ehemann. Sie geht im Kaufhaus arbeiten und feilt abends an ihrer Karriere als Stand-Up-Comedian. Die warmherzige, äußerst aufwendig ausgestattete Serie stammt von der Gilmore-Girls-Macherin Amy Sherman-Palladino.

Feministischer Anspruch, weil: Eine Frau verstößt gegen alle Konventionen ihrer Zeit! Midge nimmt nicht die Schuld auf sich, als ihre Ehe zerbricht, sondern versucht, sich ohne ihren Mann ein neues Leben aufzubauen und sich selbst zu verwirklichen. Das alles wird mit viel Situationskomik erzählt, es bleibt aber ein Wehmutstropfen zurück: Midge ist sehr privilegiert. Sie hat nicht die Probleme, die eine geschiedene, alleinerziehende Frau unter normalen Umständen hätte, weil sie immer den Reichtum ihrer Eltern im Rücken hat – und deren Angestellte, die auf ihre Kinder aufpassen können. Midges Kinder kommen tatsächlich kaum in ihrem Leben vor. Selbstverständlich handelt es sich bei The Marvelous Mrs. Maisel in weiten Teilen um eine Comedy-Serie, es soll alles überzogen sein und Vieles ist mit einem Augenzwinkern zu betrachten. Aber so kann Midge eben nur bedingt die Rolle des feministischen Vorbilds erfüllen, als das sie aber konsequent aufgebaut wird. Sie ist halt doch nicht so unabhängig, wie am Anfang getan wird (das wird auch in der schwächeren zweiten Staffel deutlich. In einer Folge ruft Midge z.B. ihren Ex-Mann zu Hilfe, als ein Barbesitzer ihr nicht die versprochene Gage zahlen will, der ihn dann verprügelt).

Besonderheiten: Die Serie ist ein Muss für alle Nostalgiker! Die Inszenierung orientiert sich oft am klassischen Hollywood-Musical, z.B. werden manche Szenen ganz genau durchgetaktet und vom passenden Soundtrack untermalt. Ein wunderschöner Seriengenuss.

Bad Banks – Netflix

Darum geht’s: In dieser deutsch-luxemburgischen Produktion steigt die junge Karrieristin Jana (die großartige Paula Beer) im Bankwesen auf und lässt sich auf Industriespionage ein, die zur nächsten Finanzkrise führt. Jana ist hin- und hergerissen zwischen zwei Mentorenfiguren, ihrer Ex-Chefin und ihrem jetzigen Chef – der ihr auch bald Avancen macht. Die Serie zeigt die knallharte Bankenwelt, den psychischen Druck und das Konkurrenzdenken unter den Angestellten. Sie zeigt aber auch, wie schwer die Branche für Frauen ist. Ihre männlichen Kollegen sehen sie als Eindringlinge und belächeln ihre Kompetenzen. Nicht umsonst versuchen gerade die Frauen in Bad Banks, sich gegenseitig aus dem Rennen um den nächsten großen Deal, den nächsten hochbezahlten Job zu bringen. Janas Ex-Chefin, die einzige Frauenfigur mit Führungsposition in der Serie, greift zu drastischen Maßnahmen, um ihren Aufstieg zu sichern, beinahe auch auf Janas Kosten.

Feministischer Anspruch, weil: Eine junge Frau beißt sich in einer Männerbranche durch und schlägt sie mit ihren eigenen Waffen. Es gibt hier keine klischeebeladenen Handlungsstränge à la „junge Protagonistin bezirzt ihren Chef, um zu bekommen, was sie will“. Auch die Darstellung einer – wenn auch zwiespältigen – weiblichen Mentorenfigur empfand ich als tolle Abwechslung. Frauen sind in Bad Banks generell härter dargestellt als die männlichen Figuren. Sogar der vermeintliche bad ass der Serie, Janas Chef Gabriel Fenger, stellt sich als viel manipulierbarer heraus als angenommen. Er verliebt sich in Jana, weil sie ihn an seine verstorbene Verlobte erinnert – die viel skrupelloser war, als er sich eingestehen will.

Besonderheiten: Es gibt in Bad Banks eigentlich keinen einzigen Sympathieträger. Daran muss man sich erst mal gewöhnen. Im harten Konkurrenzkampf zerfleischen sich alle gegenseitig und gerade, wenn man meint, man könnte mit einer Figur mitfiebern, benimmt die sich auch wieder daneben. Die kühle Inszenierung (viele Glasflächen, kalte Büros, stylische Inneneinrichtungen) unterstützen diese Wirkung noch.

Ku’damm 56 (+Ku’damm 59) – Netflix

Darum geht’s: Einer meiner absoluten Serienlieblinge der letzten Jahre! 2016 kam schon Teil 1, die dreiteilige Miniserie Ku’damm 56, im ZDF und wurde zum Überraschungserfolg. Daher folgte 2018 der zweite und abschließende Teil mit Ku’damm 59. Es geht um die drei Töchter der Tanzschulbesitzerin Caterina Schöllack im West-Berlin der Nachkriegszeit. Der Vater ist im Krieg verschollen, die konservative Mutter versucht, die Familie mit eisernen Maßstäben wie Anstand, Disziplin und Selbstverleugnung zusammenzuhalten. Dazu gehört natürlich auch: ihre drei Töchter müssen „anständig bleiben“, bis sie in einer sicheren, standesgemäßen Ehe angekommen sind. Aber die mittlere Tochter Monika rebelliert. Statt Walzer will sie Rock’n’Roll tanzen und außerdem selbst bestimmen, wie ihre Zukunft aussehen soll. Und die beinhaltet bestimmt keine arrangierte Ehe, sondern viel mehr sexuelle Befreiung und Selbstverwirklichung.

Feministischer Anspruch, weil: Ku’damm 56 greift alles auf, was die Jugend der 50er Jahre in Deutschland umtrieb. Sie lehnte sich gegen die verstaubten Moralvorstellungen ihrer Eltern auf und wollte sich vom Nazi-Muff der Nachkriegsgesellschaft befreien. Hier geht es noch mal ganz speziell um die weibliche Perspektive. Die Versagensängste, keinen Ehemann „abzukriegen“, die Schuldgefühle, die Mutter Caterina ihrer Tochter Monika einredet. Die Enttäuschung, wenn das brave bürgerliche Leben als Ehefrau doch kein Glück bringt (Helga und Eva). Monika muss erst entdecken, wie hohl und heuchlerisch die Werte der Elterngeneration sind, um sich dann selbst zu befreien. Der Rock’n’Roll steht dabei für die Entdeckung der eigenen Sexualität. Das ist sehr mitreißend anzuschauen und obendrein unterhaltsam: Neben coolen Tanzszenen gibt es selbstverständlich Herzschmerz und auch einige melodramatische Momente, die ein bisschen „over the top“ sind, aber der Grundbotschaft keinen Abbruch tun. Wirklich ein Lichtblick in der deutschen Serienlandschaft!

Besonderheiten: An einer Stelle der Handlung erlebt Monika sexuelle Gewalt. Der spätere Umgang mit diesem Konflikt könnte den Eindruck aufkommen lassen, dass sexuelle Gewalt in der Serie verharmlost wird. Monikas weitere Motivationen werden zwar gut erklärt, wie ich finde, trotzdem bleibt ein Zweifel zurück. Ich plane dazu einen größeren Artikel mit dem Arbeitstitel „Realismus und Gewalt gegen Frauen“.

 

Lust auf noch mehr Listen? Dann sind diese Artikel vielleicht etwas für euch:

5 Actionheldinnen, die nicht bloß sexy sind

Die nervigsten Frauenfiguren im Film

Tags:

Das gefällt dir vielleicht auch

26 Kommentare

  1. Bella 4. Mai 2019

    Hallo Sabine,

    vielen Dank für die tollen Serientipps – da hat sich meine To-Watch-Liste gerade etwas erweitert!

    The Marvelous Mrs. Maisel finde ich einfach herrlich (ich schaue tatsächlich gerade während ich hier tippe die zweite Staffel!). Am meisten liebe ich die tollen und spritzigen Dialoge. Da bekomme ich gleich wieder Lust eine alte Folge Gilmore Girls zu schauen XD

    The Chilling Adventures of Sabrina habe ich auch schon angefangen und ich bin mir sicher, dass mir deine anderen Serientipps auch sehr gut gefallen werden.

    Liebe Grüße
    Bella

    #litnetzwerk

    Antworten
    1. Sabine 5. Mai 2019

      Hehe, gern geschehen! Kommentier dann mal, wie du „Sabrina“ fandest. Ich habe vor Kurzem Staffel 2 angefangen, bin da aber eher gemischter Stimmung.
      LG Sabine

  2. Anett 4. Mai 2019

    Hallo Sabine,
    ich habe gerade gestern begonnen die Serie „The Marvelous Mrs Maisel“ zu schauen und bin sehr begeistert davon! Außerdem würde ich noch gern Ku’damm 56 (+Ku’damm 59) anschauen, allerdings habe ich kein Netflix – da muss ich mich mal anderweitig umsehen!

    Liebe Grüße Anett.
    #litnetzwerk

    Antworten
    1. Sabine 5. Mai 2019

      Hhi Anett,
      mach das unbedingt, vielleicht gibt es „Ku’damm“ auch auf Amazon Prime oder noch in der ZDF-Mediathek?
      LG Sabine

  3. Aileen 5. Februar 2019

    Liebe Sabine,

    das ist wirklich ein toller Beitrag! „Chilling Adventures of Sabrina“ hat mir letztes Jahr auch ziemlich gut gefallen und von „The Sinner“ schwärmt meine Mama die ganze Zeit und jetzt kommen noch mehr gute Gründe dazu, die Serie endlich anzufangen.

    Alles Liebe
    Aileen

    Antworten
    1. Sabine 6. Februar 2019

      Hey Aileen,
      freut mich, dass ich dich überzeugen konnte und danke für deinen Kommentar!
      LG, Sabine

  4. Silvia 3. Februar 2019

    The Sinner habe ich verschlungen, von daher nehme ich die weiteren Tipps gerne an!
    Obwohl ich schon viel zu viele sehe und immer weniger lese…
    Viele Grüße
    Silvia

    Antworten
  5. Jennifer 3. Februar 2019

    Liebe Sabine,
    was für eine tolle Liste! Sabrina möchte ich tatsächlich bald mal sehen, nur hat es der Freund einfach schon ohne mich geguckt, hmpf. Falls du das nicht sowieso schon planst: Vielleicht bietet es sich für dich an, dir mal die Netflix-Serie „You“ anzugucken? Ich guck sie selbst eher nicht (mag keinen Grusel), aber ich hab so das Gefühl, nach allem was ich mitbekommen hab, dass man da über die Frauenfiguren auch einiges sagen könnte…
    Viele Grüße
    Jennifer
    #Litnetzwerk

    Antworten
    1. Sabine 6. Februar 2019

      Hey Jennifer,

      danke! Dann hol Sabrina einfach allein nach, es lohnt sich 😉 Vor allem für Miranda Otto und den coolen Look der Serie. 😉
      You hatte ich mir schon überlegt, aber für mich sieht es so sehr nach einer weiteren Serie aus männlicher Stalking-Perspektive aus, die es eigentlich nicht noch gebraucht hätte. Ich glaub gern, dass Stalking nicht verharmlost wird. Aber braucht es wirklich noch eine Geschichte mit einer Frau als Opfer?
      LG, Sabine

  6. Madame Lustig 3. Februar 2019

    PS: Wie komme ich bitte auf Sabrina?! Himmel, das darf doch nicht wahr sein! Entschuldige bitte. 🙁

    Antworten
  7. Madame Lustig 3. Februar 2019

    Hallo liebe Sabrina,

    ich weiß gerade gar nicht, ob ich dir für diesen Beitrag und damit jeder Menge neuem Stoff für die Watch-Liste danken oder eher laut fluchen soll. Vielleicht beides?

    „The Sinner“ klingt sehr nach meinem Geschmack und nachdem ich gelesen habe, dass Jessica Biel mitspielt, muss ich einfach reinschauen. Ich habe sie seit „Eine himmliche Familie“ in unterschiedlichen Rollen gesehen und mochte sie immer sehr gerne.

    Eine Serie, die hier vielleicht nicht ganz hinpasst, doch aber voll sehr starker und kämpferischer weiblicher Figuren ist, ist die Teenie-Serie „One Tree Hill“. Wurden hier in der ersten und zweiten Staffel noch einige Klischees erfüllt und auch mit der Sexismusfahne gewedelt, machen die Figuren mit jeder weiteren Folge eine Entwicklung durch. Sie werden erwachsen, finden ihren Platz im Leben, kämpfen für das, was sie wollen, stehen für andere ein und sehen sich mit vielen Problemen konfrontiert, die unerwartet alles ins Wanken bringen können. Für Teenager, die gerne starke Frauen als Vorbild haben möchten, ist die Serie wirklich toll. Und sehr sehr witzige Szenen gibt es auch (auf youtube kann man sich dazu einige Videos anschauen).

    Eins meiner absoluten Highlights, wenn es um feministische Serien geht, ist „The Bold Type“. Ich finde die Figuren extrem stark, aber nicht auf konstruierte, sondern authentische Art. Sie haben ihre Fehler, probieren (sich) aus, scheitern, lernen, hinterfragen, schauen über den Tellerrand hinaus und kämpfen. Toll. Die Serie ist übrigens „schuld“ daran, dass es heute MitohneMaske gibt. Ich wollte auch im realen Leben etwas echtes. Etwas, das zeigt, wie das Leben wirklich ist und welche Kämpfe, Gedanken, Höhen und Tiefen uns begleiten.

    Ganz liebe Grüße,
    Maike

    Antworten
    1. Sabine 6. Februar 2019

      Hey Maike,
      danke für deinen Kommentar! Haha gern geschehen! So eine Watch List will ja auch gefütter werden.
      Cool, dann werde ich mir mal The Bold Type zu Gemüte führen.

      Bis bald,
      Sabine

  8. Nicci Trallafitti 3. Februar 2019

    Danke für die Tipps, da werde ich meine Watchlist mal erweitern 🙂
    Sabrina möchte ich endlich mal gucken, wobei ich mich kaum an die Serie von Damals erinnern kann..
    Am meisten reizt mich hier allerdings The Marvelous Mrs. Maisel, das klingt echt toll.

    Liebe Grüße,
    Nicci
    #litnetzwerk

    Antworten
  9. Nicole 2. Februar 2019

    Ein sehr toller Beitrag. Ich habe von deiner Liste bisher nur „Chilling Adventures of Sabrina“ gesehen, fand die Serie aber sehr unterhaltsam. Die typischen Teenie-Soap-elemente hatte ich erwartet, das ist ja auch der Zielgruppe geschuldet und war da nicht überrascht. Ich seh das ehrlich gesagt immer noch ganz gerne und bin dafür nie zu alt :D. Positiv überrascht haben mich dann auch die feministischen Untertöne, die sich haben vorfinden lassen. Damit hatte ich nicht gerechnet, aber der Stoff bietet sich dafür schon hervorragend an. Hoffe ja man greift das auch in der zweiten Staffel wieder vermehrt auf. Auch die Diversität hat mir gut gefallen, da sind neue Jugendsserien ja mittlerweile doch auf einem guten Weg. Bei Susie bin ich auch sehr gespannt auf die kommenden Entwicklungen.

    Ansonsten stehen viele der von dir genannten Serien ncoh auf meiner Wunschliste. Wollte schon länger Ku’damm anfangen, weil ich darüber so viel Gutes gehört habe und den Cast auch fantastisch finde. The Marvelous Mrs. Maisel wurde mir nun auch schon empfohlen, aber ist das auch was für einen wenn man Comedy sonst nicht so viel abgewinnen kann? In The Sinner will ich auch reinschauen, auch hier empfehlen mir das ganz viele Leser und bei Bad Banks hast du mich nun neugierig gemacht. Da sind die Meinungen ja gespaltet, aber ich finde es recht mutig wenn man bei den Figuren keinen Sympathiecharakter hat. Das ist mal was anderes.

    Lg Nicole
    #litnetzwerk

    Antworten
    1. Sabine 3. Februar 2019

      Huhu,
      vielen Dank fürs Lob!
      Also bei Sabrina würde ich die Zielgruppe gar nicht mal ausschließlich im Teenager-Alter ansiedeln. Sondern sie auch auf Leute um die 30 ausweiten, die eben früher die Serie mit Melissa Joan Hart geschaut haben.
      Mir waren nur ab einem bestimmten Zeitpunkt (will hier keinen spoilern) diese super-melodramatischen Momente zu viel (waaaas, das war jetzt KEINE gute Idee? Überraschung!) 🙂 Dass Sabrina immer wieder die gleichen Fehler begeht.
      Mrs. Maisel, klar kannst du das schauen! Es ist keine „klassische“ Comedy-Serie mit Lachern im Hintergrund, wenn du das meinst. Es ist von der Inszenierung her echt sehr ähnlich zu Gilmore Girls. Viel Situationskomik, eine schrullige Figur, die stark an Luke aus Gilmore Girls angelehnt ist. Und eben diese tolle Protagonistin.
      LG, Sabine

  10. Kate 1. Februar 2019

    Hallöchen,
    ich komme vom #litnetzwerk und lasse mal einen Kommentar da 🙂
    „The Sinner“ habe ich vor gefühlten Ewigkeiten mal angefangen und dann irgendwie aufgehört. Ich weiß gar nicht mehr warum … ich glaube, da ist was dazwischengekommen. Aber du hast mich daran erinnert weiterzuschauen. Denn die Protagonistin ist wirklich eine sehr beeindruckende Frau.
    Vielen Dank für den Serientipp Ku’damm 56. Irgendwie ist die Serie total an mir vorbeigegangen, dabei klingt sie so spannend!
    Und so ganz nebenher will ich dir noch sagen, dass ich deine Sprache wirklich toll finde. Du schreibst irgendwie so eloquent, das gefällt mir.
    Liebste Grüße, Kate

    Antworten
    1. Sabine 1. Februar 2019

      Oh, vielen Dank, ich werde ganz rot!
      Ja, schau The Sinner unbedingt weiter! Auch Staffel 2 kann ich empfehlen.

  11. Janika 31. Januar 2019

    Liebe Sabine,
    der Beitrag ist großartig. Ich finde es auch fantastisch, wie sich Serien und Filme in den letzten Jahren verändert haben, was die Darstellung von Frauen betrifft. »The Sinner« gehört mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingsserien und ich hoffe sehr, dass wir nächstes Jahr mit einer neuen Staffel rechnen können. Welche Serie ich auch ganz großartig finde, ist »Dear White People«. Da gibt es auch viele starke Frauenfiguren und es wird betont, wie rassistisch unsere Gesellschaft noch immer ist. Die Serie sensibilisiert enorm 🙂
    Alles Liebe,
    Janika
    #litnetzwerk

    Antworten
    1. Sabine 1. Februar 2019

      Vielen Dank, Janika! Hey cool, danke für den Tipp. Mit der Serie hatte ich tatsächlich schon geliebäugelt.

  12. Anna 24. Januar 2019

    Oh, ein toller Artikel! Ich musste gleich mal meine Liste noch zu schauender Serien erweitern, für die wunderbare Zeit, wenn ich zu Hause wieder Internet habe und Netflix schauen kann!
    Über „The Chilling Adventures of Sabrina“ habe ich einige Anmerkungen und Outcalls für Rassismus gelesen, deshalb werde ich davon wohl auch weiterhin die Finger lassen – aber die anderen Serien klingen echt toll! Auch wenn zwei davon nicht mein primäres Genre sind, werde ich da definitiv mal reinschauen.

    Antworten
    1. Sabine 1. Februar 2019

      Danke, Anna! Ah, wahrscheinlich meinst du die „Voodoo“-Anspielungen bei der afroamerikanischen Familie (Sabrinas Freundin Roz)? Fand ich auch ein bisschen klischeebeladen. Aber allein für Miranda Ottos Darbietung lohnt es sich trotzdem, mal reinzuschauen 😉

Hinterlasse einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Ich stimme der Datenschutzerklärung zu.