Fiktive Figuren sind keine realen Menschen!

Wisst ihr, warum ich Fanforen so anstrengend finde und inzwischen meide? Wegen der „distanzlosen Fans“, wie ich sie nennen möchte. Damit meine ich nicht, dass ich persönlich angegriffen werde, sondern dass diese Art von Fans, die im Netz leider überwiegen, nicht zwischen Fiktion und realer Welt unterscheiden können oder wollen und so jede interessante Diskussion (wofür ein Fanforum, ein Blog etc. eigentlich gemacht ist) im Keim ersticken. Das gleiche Spiel läuft in den Kommentaren auf Social Media. Ein kleiner Rant für die Rettung der Diskussionskultur.

„Distanzlose Fans“ äußern sich über fiktive Charaktere, als seien es reale Menschen, können nicht abstrahieren (oder wollen es zumindest nicht) und finden deshalb immer Totschlagargumente nach dem Motto „aber er hat es so verdient“. Es geht nicht um die Figur als künstlich geschaffenes Instrument, eine Handlung voranzutreiben, Identifikationspotential zu schaffen etc., sondern nur noch darum, welche „Fehler“ oder „tolle Taten“ die Figur begangen hat und warum man sie jetzt hassen oder feiern sollte. Befremdlich ist kein Wort, wie ich diese Herangehensweise finde. Ja, auch ich reagiere emotional auf bestimmte Figurendarstellungen. Aber wenn ich mich öffentlich dazu äußere, versuche ich, sachliche, objektive Argumente für meine Behauptung zu finden. Zum Beispiel: Ich finde die Figur Daenerys Targaeryen langweilig, weil sie in der Serie Game of Thrones vor allem über sexuelle Reize dargestellt wird. Auf meine Kritik dürfen dann gerne Gegenargumente kommen. Aber bitte nicht: Nö, Dany hat den Thron verdient. Und sieht so toll aus auf einem fliegenden Drachen. Deshalb finde ich sie gut.

Klar, Figuren sind so angelegt, dass man sie mögen soll oder eben nicht – aber selbst wenn ich eine Figur auf persönlicher Ebene abstoßend finde (z.B. Tywin Lannister, Kilgrave aus Jessica Jones) kann ich ihre Darstellung trotzdem davon abstrahieren und die Figur als toll gezeichnet, interessant aufgebaut finden (und umgekehrt). Und darum geht’s bei Kulturkritik.

Fiktive Figuren sind nicht real Sherlock ASOIAF

Fiktive Figuren: Fundierte Diskussion versus Gossip

Ich liebe Popkultur und alles Narrative und würde daher gerne diskutieren über: Figurenzeichnung, Erzählweise, Spannungsaufbau, Logik oder Unlogik der Handlung, „plot holes“, Referenzen an andere Bücher, Filme oder Serien, die Ausweitung von Genres, Klischees, umgangene Klischees, usw.

Worüber distanzlose Fans diskutieren möchten: die Handlungen einer Figur auf persönlicher Ebene, ob man sich damit identifizieren kann, ob zwei Figuren als Liebespaar zusammen gehören oder nicht, was die Figur falsch gemacht hat, warum sie eine Bitch oder er ein Arschloch ist … sprich: banaler Gossip.

Dieses Phänomen wird umso schlimmer, je gehypter eine fiktive Welt und je dramatischer die Handlung ist. Gute Beispiele sind das oben erwähnte Game of Thrones und die Buchvorlage A Song of Ice and Fire, Sherlock und viele Serien mehr, sowie erfolgreiche Romangenres wie Young Adult. Diese Distanzlosigkeit führt auch dazu, dass Autoren angegriffen werden, wenn der Plot nicht so verläuft, wie er „sollte“, siehe George R.R. Martin oder Steven Moffat, von dem einige Fans nach Staffel 4 von Sherlock forderten, die Protagonisten sollten gefälligst als Liebespaar gezeigt werden, denn es sei ja offensichtlich, dass diese „das so wollten“. Aus meiner Erfahrung ist die Figur Sansa Stark ein Zankapfel, bei dem viele distanzlose Fans kein Halten mehr kennen:

Der große Hass auf Sansa Stark

Vor zwei Jahren veröffentlichte ich meinen Blogartikel über die Coming-of-Age-Geschichte von Sansa Stark (die Buch-Darstellung) und postete den Link zu dem Artikel im deutschen A Song of Ice and Fire-Fanforum. Im Artikel drösele ich auf, dass ich Sansa für eine interessante Figur halte, weil sie einen Entwicklungsprozess durchmacht, und dass ich die Darstellung ihrer Emanzipation (wie sie ihre Naivität ablegt usw.) sehr gelungen finde. Zuerst kamen sachliche Kommentare, auch einiges Lob, was mich gefreut hat. Nach kurzer Zeit ging es allerdings in den Kommentaren zu meinem Link (und in einem anderen Thread) überspitzt gesagt nur noch darum, ob Sansa vor Gericht gestellt gehört, weil sie ihren Vater Ned Stark auf dem Gewissen hat. Ihre Naivität schütze sie nicht vor den Konsequenzen ihrer Taten, meinten die einen. Die anderen führten an, dass Sansa mit 11 Jahren ja noch nicht schuldfähig gewesen sei (WTF?). Ich finde es äußerst müßig, allein mit persönlichem Empfinden („da hat sie sich zu pubertär verhalten!“) oder realer, moderner Rechtsprechung zu argumentieren. Meine Ausführungen zu Sansas Figurenaufbau als naives Mädel, das dann erwachsen wird, wurde mit Kommentaren wie diesem übergebügelt:

 „Man kann Sansa aber eben auch nicht einfach nur aufgrund ihres Alters für Alles freisprechen. Spätestens ab der Geschichte mit Nymeria und Lady hätte sie auch meiner Meinung nach als junges Mädchen anfangen können, ihre Situation ein bisschen zu hinterfragen.“ (Link zum Thread)

Als ob es darum ginge, fiktive Figuren „freizusprechen“ oder zu verurteilen, ganz ohne Beachtung der Art und Weise, wie sie – Achtung! – mit voller Absicht vom Autor oder der Autorin geschaffen wurden bzw. wie sie von der Erzählinstanz dargestellt werden. Aber Kommentare zum persönlichen Empfinden überschwemmen meist die zielführende Argumentation. Auch dieser Kommentar schlägt in dieselbe Kerbe:

„Stellt sie zu einem späteren Zeitpunkt mal Nachforschungen darüber an,was mit Jeyne geschehen ist? ZB als sie mit Tyrion verheiratet ist und zumindest relative Freiheiten hat? Nein,denn Jeyne ist ihr egal. Einfach ein weiterer Mensch, der in der Welt der Sansa Stark bestenfalls eine Mini-Nebenrolle ausfüllt.Aus den Augen,aus dem Sinn. Sehr sympathisch,nicht wahr?“ (Link zum Thread, dieser bezieht sich nicht auf meinen Blogartikel)

Plötzlich wird man zum Menschenfeind und Sexist

Das Ganze funktioniert natürlich auch sehr gut in die andere Richtung. Distanzlose Fans begreifen Kritik an bestimmten Genre-Klischees (und Figuren, die diese repräsentieren) als Kritik an ihrem persönlichen Buch-, Film- oder Seriengeschmack. Lustig finde ich es schon, dass ich, die sich auf ihrem Blog darum bemüht, sexistische und misogyne Erzählweisen aufzudecken, des slut shaming bezichtigt werde, weil ich die sexualisierte und stereotype Darstellung einer Frauenfigur aus Doctor Who angeprangert habe (die, btw, wirklich nicht schwer zu entdecken ist und ich wahrlich nicht die erste bin, die das bemerkt hat, lest z.B. den Artikel im Guardian). Zu kritisieren, dass eine Frauenfigur rein nach männlicher Wunschvorstellung konzipiert ist (fürsorglich, verfügbar und stets sexy gekleidet), hat nichts mit slut shaming zu tun. Und allein die Vorstellung, eine fiktive Figur als Schlampe zu beschimpfen, ist mir schlicht zu idiotisch.

Kurzer Rundumschlag zum Thema „Fiktionales“ versus „Reales“

Sorry, es muss sein, ich bin mir sicher, die meisten von euch wissen Bescheid: Ein Roman oder ein Film ist ein gemachtes Werk, das bestimmte Register zieht, um sich in ein Genre oder eine Erzähltradition (z.B. Realismus) einzupassen oder sich davon abzusetzen. Die Figuren sind Ausdruck dieser künstlerischen Absicht, handeln nicht für sich allein und sind daher als solche als künstliche Machwerke zu betrachten. Oder anders gesagt: Sie sind mit Absicht so konzipiert, wie sie sind. Literatur (und TV-Serien und Filme und Theater …) bedient Diskurse, um mit Foucault zu sprechen, und die „naive Studentin“ oder die „femme fatale“ sind keine Zufallsprodukte der Einbildungskraft des Autors. Fiktive Figuren sind daher auch nicht mit real vorkommenden Personen, z.B. Politikern, zu vergleichen, von denen man in der Zeitung liest. Bitte weitersagen, danke.

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20 Gedanken zu „Fiktive Figuren sind keine realen Menschen!

  • Pingback:Welche Sexualität hat Sherlock Holmes? | Ant1heldin

  • 1. Oktober 2018 um 9:42 pm
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    Liebe Sabine!

    Wie sehr du einfach recht hast! Natürlich verfalle ich auch öfters mal dem Gossip und manchmal ist es auch lustig mich mit Freunden darüber zu unterhalten, was der Charakter hätte besser machen können!
    Aber alles in allem denke ich oft das gleiche wie du. Das viele nicht auseinander halten können, dass die Figuren mit Absicht so dargestellt sind und es zum Teil ja auch etwas bestimmtes zeigen soll.
    Für mich das Liebste Beistpiel: Mae aus „Der Circle“ von Dave Eggers.
    Ja sie ist naiv, lässt sich manipulieren und hat quasi keine eigene Meinung.
    Aber genau das Macht ja das ganze erst so interessant.
    Zu sehen, welche Konsequenzen ihr Handeln hat! Sie ist halt nicht die perfekte Sympathie Protagonistin, sondern die wo man nur Kopfschüttelnd vor dem Buch sitzt. Aber genau das fand ich gut, zu sehen, wie sich die Geschichte dadurch entwickelt.
    Und überhaupt: sind wir n8cjt alle unterschiedlich? Und nur weil eine (fiktive!!) Figur, nicht das macht was die breite Masse getan hätte, heißt das doch nicht, dass dahinter kein Gedanke des Autors steckt.
    Dann ist die Figur halt so konzipiert und es ist auch gut so, sonst gäbe es vielleicht 5 verschiedene Charaktere für alle Bücher der Welt die immer so handeln, wie die große Masse es am besten findet.

    Liebste Grüße
    Jenny

    Antworten
    • 2. Oktober 2018 um 9:31 am
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      Hi Jenny,
      danke für deinen Kommentar und das hast du sehr schön ausgedrückt: wenn sich immer alle Figuren so verhalten würden, dass sich die Masse damit „identifizieren“ kann (auch so ein Ausdruck, der inflationär gebraucht wird), dann hätten wir wahrscheinlich nur 5 Typen, die immer wieder auftauchen.
      Ich glaube auch echt, dass weibliche Figuren so eine Kritik öfter abbekommen. Bei männlichen ist es irgendwie akzeptierter, wenn sie nicht angepasst sind.

      LG, Sabine

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  • Pingback:Flashback September 2018 | RikeRandom

  • Pingback:Fremde Funken #8 | Gedankenfunken

  • 24. September 2018 um 1:15 pm
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    Hallo liebe Sabina,
    danke für diesen beeindruckenden Beitrag. Gewiss habe ich auch meine Pappenheimer, oder Charaktere, die ich aus den Serien „kenne“ und entsprechend mag oder eben nicht. Gerade diejenigen, die eher anders daherkommen sind meist meine Favoriten. Sei es Harry Hole oder Leona von Jenny Rogneby. Ob ich beide im Reallife begegnen wollte ist eher unwahrscheinlich. Generell kann ich den Charakteren in Büchern mehr verzeihen als echten Personen und das macht wohl den Unterschied. Fiktiv ist eben nicht echt und daher muss es auch gar nicht ’normal‘ sein, jedenfalls für mich. Wobei ich da aber schon Grenzen setze. Das Schaffen von Charakteren ist Kunst und die sollte man nicht zu ändern versuchen.
    Es geht ja auch keiner hin und sagt der Maler Soundso hätte mal besser so gemalt. Leider verschwimmt bei vielen das Bild zwischen Fiktionalem und Realität und manche können kaum mehr unterscheiden, das erschrickt mich, da so auch Verhaltensweisen an den Tag gelegt werden die jenseits von Gut und Böse sind. Wow, das Thema hat es echt in sich. Darüber könnte ich jetzt stundenlang mit dir quatschen. Außer bei den Serien wie GoT u.ä., da ich kaum fernsehe.
    Wünsche dir noch eine gute Woche, liebe Grüße
    Kerstin

    Antworten
    • 2. Oktober 2018 um 9:40 am
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      Hi Kerstin,
      danke für deinen Kommentar! Ja, das ist wirklich ein guter Vergleich mit dem Maler.
      So viele Leute übersehen, dass eine fiktive Figur nun mal eine Funktion im Text hat, etwas zeigen soll.

      LG, Sabine

      Antworten
  • Pingback:Linkliebe № 18 | Meergedanken

  • 22. September 2018 um 12:33 pm
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    Liebe Sabine,

    ein toller Beitrag! Von deinen Beispielen kenne ich nur Sherlock, aber das Phänomen kommt ja irgendwie in jedem (größeren) Fandom vor. Ich habe das Gefühl, dass vor allem Serien und Mehrteilern anfällig dafür sind, weil die Leser/Zuschauer die Figuren über so lange Zeit begleiten. Dazu kommen noch ungeklärte Fragen zwischen den einzelnen Teilen/Staffeln, die man mit seiner eigenen Fantasie füllen kann oder sogar muss.
    Mir selbst fällt es öfter auch schwer, die nötige Distanz zu wahren, wenn mir eine Figur wirklich ans Herz gewachsen ist. Aber dann sehe ich eine Aussage von Fans wie du sie hier beschreibst und ich merke: Oh, es geht noch viel schlimmer.

    Ich finde sogar, dass Figuren etwas verloren geht, wenn man sie vermenschlicht. Einige meiner Lieblingsfiguren mag ich deshalb, weil sie so komplex sind und ein spannendes Handlungsinstrument sind. Aber wenn sie real wären würde ich hoffen, ihnen niemals im Leben begegnen zu müssen.

    Liebe Grüße
    Sabrina

    Antworten
    • 22. September 2018 um 7:23 pm
      Permalink

      Ich verstehe total, was du meinst – verdirbt man sich nicht auch selbst den Spaß, wenn man ständig darauf beharrt „da müsste man ihn jetzt aber vor Gericht stellen“ oder „warum gibts bei denen kein Happy End?“ Es ist doch viel toller, die Geschichte zu genießen, als das, was sie ist: Unterhaltung.

      Antworten
  • 22. September 2018 um 6:33 am
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    Ich meide auch solche Foren obwohl ich früher gern dort unterwegs war, zum einen aus den genannten Punkten von dir zum anderen weil ich dieses Shippen von paarungen die einfach nicht existieren sollten so hart dort gelebt wird. Wenn Man den Unterschied zwischen Fiktion und Realität verliert und alles auf die goldwaage legt was in Büchern oder Serien passiert ist man verloren. Ich meine ich sag auch nicht bei Walking Dead Boha die schliessen 100 x ohne das Magazin zu wechseln voll realitätsfern sondern weiss es ist nur eine Serie als who cares. In Foren wird sowas aber tagelang zerrissen und darüber hergefallen.

    Ich finde deinen Beitrag großartig, sehr gut geschrieben und auf den Punkt gebracht. Lass dich nicht Ärger.

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    • 22. September 2018 um 7:24 pm
      Permalink

      Vielen Dank fürs Kompliment, Sarah! Da muss ich mal gleich bei dir vorbei schauen …

      Antworten
  • 21. September 2018 um 6:43 pm
    Permalink

    Wieder einmal ein schöner Beitrag von dir. Ich hoffe, du weißt, dass ich ein großer Fan deines Blogs bist.

    Zum Beitrag selbst: Ich denke, vielen Menschen fehlt – nicht nur in dem Kontext hier – die Fähigkeit zu abstrahieren. Wie du selbst schreibst, fiktive Figuren sind keine Menschen. Daher ist nichts, was sie tun und was gezeigt wird, zufällig. Im Idealfall wurde sich bei der Wahl der Darstellung etwas gedacht. Natürlich kann darüber diskutiert werden, ob die Figur sympathisch ist oder nicht usw. Aber eigentlich ist sie nur Lehm, die nach den Willen ihres Schöpfers geformt wird, um bestimmte Zwecke in der Handlung zu erfüllen.

    Aber ich bemerke es ja schon bei Büchern, wo das eigentlich imo noch viel offensichtlicher sein sollte. Da wird dann in der Kritik geschrieben, dass die Figur A so sympathisch war und einen deswegen das Buch so gut gefiel. Oder eben Figur B so unsympathisch, dass das Buch abgebrochen wurde! Dabei sind Bücher und Serie künstlerische Produkte. Ein Bild würde auch niemand danach beurteilen, wie sympathisch ihn es erscheint … also gibt es schon, aber da würde es keiner für sinnvoll halten …

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    • 22. September 2018 um 7:32 pm
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      Vielen vielen Dank, Elena, ich werde ganz verlegen!
      Ja, genau daran habe ich beim Schreiben auch gedacht (und das erwähne ich auch in meinem Post zum kritischen Rezensionen-Schreiben): Nur weil einem eine Figur sympathisch ist, ist das kein Grund, ein Buch toll zu finden, wenn es sonst flach ist und umgekehrt. Man muss einfach mal vom Persönlichen abstrahieren. Aber dafür sind wohl viele Zuschauer/Leser/Fans zu narzisstisch. Es muss darum gehen, dass ihre Bedürfnisse befriedigt werden, siehe shipping usw.

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  • 13. September 2018 um 3:31 pm
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    Zumindest in den Fanforen (und anderen online Fansachen) , die ich kenne ist Daenerys stark umstritten. Ich glaube da muss man ein bisschen von Fanforen und regulären Lesern unterscheiden. Die meisten regulären Leser, die ich kenne mögen sie, aber im Online Fandom hat sie einige an Hassern. Gibt natürlich auch online Fans und wenn es in den Fanforen umfragen zu Lieblingscharakteren gab, war sie häufig unter den Top 10, aber sie polarisiert im Fandom sehr. Gerade dadurch waren online Diskussionen zu ihr immer so toxisch. Gibt im Onlinefandom übrigens auch jede Menge Sansa Fans, aber auch die ganzen Hater.

    LG
    Elisa

    Antworten
  • 10. September 2018 um 1:58 pm
    Permalink

    Guter Artikel.
    Und genau das, was du hier beschreibst ist einer der Gründe warum, ich nicht mehr in ASOIAF Fanforen aktiv bin. Ich war nie im deutschen, sondern im englischen. Es gab da durchaus interessante Diskussionen auf einer Ebene, wie du sie willst, aber auch viel von dem, was du da beschrieben hast. Diskussionen zu Charakteren wie Daenerys, Catelyn und Sansa habe ich meist gemieden (obwohl die beiden ersten zu meinen Lieblingscharakteren gehören und ich sie gerne ausgiebiger diskutiert hätte) ganz einfach weil die Diskussionen zu diesen Charakteren schnell toxisch wurden. Ich denke, es sagt auch einiges über den Stand von Fandoms und Popkultur aus, dass es gerade die weiblichen Charaktere waren, die solche Reaktionen hervorrufen.

    LG
    Elisa

    Antworten
    • 11. September 2018 um 10:10 am
      Permalink

      Hi Elisa,
      danke für deinen Kommentar – und ja, gute Beobachtung, die Leute sind ziemlich oft sehr schnell dabei, gerade weibliche Figuren mit unsachlichen Hassargumenten zu überziehen. Wäre Sansa zb ein männlicher Charakter, wäre das „Urteil“ sicher nicht so harsch ausgefallen. Ich hatte kurz überlegt, das Argument mit aufzunehmen in meinem Artikel, fand aber, dass das wieder ein ganz neues Fass aufmacht (und ich bin abseits von ASOIAF- und Doctor Who-Foren nicht so bewandert, ich hatte das Gefühl, mir fehlt der letzte „Beleg“ für meine Behauptung).
      Aber ich denke, der Eindruck kommt nicht von ungefähr.
      Catelyn kann ich mir gut vorstellen, aber Daenerys auch? Da hatte ich immer den Eindruck, dass die meisten Leser sie feiern. Aber kann sein, dass ich nicht mehr auf dem neuesten Stand bin.
      LG, Sabine

      Antworten
  • 10. September 2018 um 8:26 am
    Permalink

    Ich sage es gerne weiter!
    Daenerys Targaeryen mag ich übrigens auch wegen ihrer Entwicklung in den Büchern. Sie stellt einfach viel früher fest als Sansa, dass sie erwachsen werden muss.
    Dafür komme ich auf das Slut Shaming mal gar nicht klar. Ist es nicht eigentlich schon Shaming überhaupt Slut voran zu stellen? Damit wird die betroffene Frau mehr abgewertet als alles andere. Das verwirrt mich.
    Viele Grüße
    Ariane

    Antworten
    • 10. September 2018 um 9:26 am
      Permalink

      Hi Ariane,
      danke! 🙂
      Das sehe ich gerade anders 😉 Ich finde, die Entwicklung von Dany ist nach Buch 1 abgeschlossen, danach passiert psychologisch eigentlich nichts mehr mit ihr. Danach gehts nur noch darum „aber ich verdiene nun mal den Thron, dann nehme ich mal die nächste Stadt ein.“ Daher fand ich es bei Sansa interessanter, da findet noch ein Entwicklungsprozess statt.
      Slut Shaming bedeutet, zu einer Frau zu sagen: „So wie du dich anziehst, musst du dich nicht wundern, wenn du angegrapscht wirst.“ Oder: „Naja, du hattest nen Minirock an, da warst du an deiner Vergewaltigung schon auch selbst schuld.“ (usw. …) Umso blöder der Vorwurf, ich würde das mit einer fiktiven Figur tun, nur weil ich anmerke, sie trägt einen Minirock und verhält sich geschlechtsstereotyp. Aber bitteschön 😉

      Antworten
      • 10. September 2018 um 10:42 am
        Permalink

        OK, vielleicht ist es bei Dany lediglich, dass da die Entwicklung früher ist und so besser hängen bleibt. Danach gibt es bei ihr einfach mehr Aktion als bei Sansa. Bei Sansa ist es ruhiger.
        Ich finde den Begriff Slut Shaming nur so…. arg. Body, ja jeder hat einen und man kann alles mögliche drüber sagen, um jemanden zu verletzten. Aber Slut, man unterstellt einfach, weil man von einem Minirock spricht, dass man diese Person als Schlampe sieht? Slut Shaming bedeutet einfach, dass man bereits etwas unterstellt. Aufzuzeigen, dass die Kleidung knapp ausfällt, hat nichts damit zu tun, ob man die Person für eine Schlampe hält. „Hast du die Outfits dieser Superheldinnen und Herkules gesehen?“ heißt doch nicht, dass ich alle für Schlampen halte. Ach der Begriff regt mich einfach auf. Damit gießt man doch nur Öl ins Feuer. Noch schlimmer, weil es mich aufregt, mach ich es auch noch selbst.

        Antworten

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